Weltreise mit Baby

Vancouver Skyline

Vancouver mit Baby – der perfekte Start unserer Weltreise

geschrieben am: 18.Juli 2016

Der Knirps und ich biegen von der St. George Street in die ruhige und von großen Ahornbäumen flankierte 26th Avenue East ein. Es ist Donnerstag morgen und wir beide sind in unserer Nachbarschaft unterwegs. Sina holt in unserem kleinen airbnb Apartment noch ein wenig Schlaf nach, zu dem sie heute nacht dank einiger Hungerattacken vom Sohn nicht gekommen ist. Links und rechts stehen für die Gegend typische Einfamilienhäuser aus Holz. Jedes Haus hat eine andere Farbe, oft Rot- oder Blautöne, die im angenehmen Kontrast zu den weiß oder cremefarben umrandeten Fenster- und Türrahmen stehen.

Urban gardening für jedermann

Oft sieht man hier großzügige Vorgärten, die allerdings im Gegensatz zu vielen Prachtbeispielen in Deutschland nicht nur aus Rasen mit ein paar Blümchen bestehen. Dafür finden sich hier meist üppige, bunte, toll riechende Bepflanzungen aus Sträuchern und Blumen aller Art. Es scheint einen Wettkampf zu geben, wer den buntesten Vorgarten hat.

Zwischen den Blumen finden sich aber auch in vielen Vorgärten Gemüsebeete, schlicht und einfach aus ein paar Brettern zusammengebaut. Wer keinen Vorgarten hat, kann sich übrigens an den Community Gardens beteiligen. Das sind Hochbeete, die quer durch die Stadt verstreut in Parks oder auf anderen öffentlichen Grünflächen zu finden sind. Tolle Sache.

Communitygarden

5.000 solcher Pflanzkästen will Vancouver bis 2020 gebaut haben – jeder kann hier sein Stück Garten bekommen

Freundliche Busfahrer – es gibt sie wirklich

Das die Menschen in Vancouver etwas anders ticken als bei uns Köln merkt man spätestens wenn man in den Bus einsteigt. Da wir in Kanada ohne Auto unterwegs sind, nutzen wir das gut ausgebaute Netz der öffentlichen Verkehrsmittel hier ziemlich oft. Anfangs waren wir fast erschrocken, wie schnell die Menschen von ihrem Sitz aufsprangen, um ihn uns anzubieten. Wir hätten ja schließlich ein Baby dabei. Der Busfahrer wartet grundsätzlich bis man sitzt oder sich irgendwo festhält bevor er los fährt. Wenn Mütter mit Kinderwagen einsteigen (wir haben ja nur ein Tragesystem dabei), hört man von ihnen irgendwann ein „Brakes On!“ und erst dann drückt der Fahrer aufs Gas. Erzähl das mal den Kollegen von der KVB in Köln…

Bus

Mit dem Bus kommt man in Vancouver überall hin – und das auch noch relativ schnell

Den Jetlag haben wir übrigens alle recht gut überstanden. Die ersten drei Tage waren verständlicherweise etwas holprig. Der Knirps wollte um 4 Uhr morgens entertained werden, da er dann natürlich ausgeschlafen hatte. Das war aber gar nicht so schlimm – wir waren ja auch wach! Einzig so um die Mittagszeit, wenn es in Deutschland Abend und somit eigentlich Zeit war um ins Bett zu gehen, war der Kleine etwas knötterig und durch den Wind – das hatte sich aber schnell erledigt.

Wohin zuerst?

Mit so einem Baby hangelt man sich in einer Stadt wie Vancouver nicht gerade von Museum zu Museum. Auch wenn er theoretisch noch keine Chance hat, sich in seinem Tragesystem gegen die eingeschlagene Richtung zu wehren kann er es einem doch schon deutlich machen, wenn nicht genug Bewegung  vorhanden ist. Sehr deutlich. Somit sind wir meistens draußen unterwegs, was bei Temperaturen von 20°C aufwärts auch nicht weiter schlimm ist. Ziele gibt es auf jeden Fall genug. Vancouver hat viele kleine Parks und vor allem das Meer direkt vor der Haustür. Hier gibt es viele Möglichkeiten direkt am Wasser entlang zu schlendern, z.B. dem False Creek mit tollen Ausblicken auf die Skyline oder den Stränden im Stadtteil Kitsilano. Besonders ist auch der Stanley Park – größter Stadtpark von Kanada. Dort gibt es alles, von grünen Wiesen die zum Entspannen und herumliegen einladen, über dichten Wald bis hin zu Sandstränden, die jetzt nicht die längsten aber trotzdem ideal zum Sonnen sind.

40m über dem Waldboden

Im Norden von Vancouver gibt es den Capilano Suspension Bridge Park. Knapp 40m über dem Waldboden läuft man hier über Hängebrücken aus Holz und hat einen tollen Ausblick über die 250 Jahre alten Douglas Tannen und den umliegenden Regenwald. Dem Knirps hat es auch gut gefallen, im Tragesystem war die Tour kein Problem. Mit Kinderwagen hätten wir hier dumm aus der Wäsche geschaut – ähnlich wie die Familie, die mit ihrem Bugaboo Wagen am Eingang stand weil ein Busfahrer ihnen gesagt hatte, das wäre alles kein Problem. Sind doch nicht alle Busfahrer nett in Vancouver… Uns hat es hier auf jeden Fall gut gefallen – vielen Dank an dieser Stelle an alle meine ehemaligen Arbeitskollegen aus Köln, die uns diesen Tagesausflug zum Abschied geschenkt haben!

Capilano Suspencion Bridge Park

Der Selfie-Stick in Action :-)

Gesunder Schlaf ist wichtig

Zum Abschluss des Tages noch schnell in den Supermarkt. Wir brauchen noch was zum Abendessen und fürs Frühstück. Die meisten Produkte bekommt man auch in Bioqualität. Überhaupt scheint hier „organic“  – so wie in Deutschland auch – total in Mode zu sein. Mit welchen Maßstäben hier allerdings „bio“ gemessen wird? Keine Ahnung. Aber der Ansatz zählt.

Wir schlendern durch die Gänge als uns eine Mitarbeiterin des Supermarktes anspricht. Ob der Kleine schlafen würde, fragt sie. Ja, tut er. Daraufhin stellt sie die Packung Kaffee, die sie in der Hand hält wieder ins Regal und meint, sie würde ihn dann später mahlen. Sie wolle das Baby nicht aufwecken. Da ist sie wieder, diese Freundlichkeit und Rücksichtnahme der Vancouverites, die wir sicherlich so schnell nicht vergessen werden. Vancouver mit Baby – das ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Vancouver mit Baby

Vancouver mit Baby – auf jeden Fall eine gute Kombination

Noch ein paar Eindrücke aus der Stadt…

Strand Vancouver

Idylle pur – nur 2 Kilometer vom Stadtkern entfernt

kaefer

Neben großen Pickups und Limousinen sieht man auch immer wieder Klassiker aus Deutschland

Farmers Market im Stadtteil Mount Pleasant

Farmers Market im Stadtteil Mount Pleasant

In Vancouver Downtown findet man auch Hochhäuser – ansonsten haben die meisten Gebäude nur zwei Geschosse

In Vancouver Downtown findet man auch Hochhäuser – ansonsten haben die meisten Gebäude nur zwei Geschosse

Unsere Nachbarschaft - schöne Holzhäuser mit üppig bepflanzten Vorgärten

Unsere Nachbarschaft – schöne Holzhäuser mit üppig bepflanzten Vorgärten

Entspannte Atmosphere am Kitsilano Beach kur vor Sonnenuntergang

Entspannte Atmosphere am Kitsilano Beach kurz vor Sonnenuntergang

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3 Kommentare

  1. Daniela Maschmann sagt:

    Das hört sich toll an! :) Vancouver scheint eine Reise wert zu sein… Wie lange wollt ihr dort noch bleiben, wisst ihr das schon? Zeig doch auch nochmal ein paar Bilder von den bunten 2-stöckigen Häusern!
    Ganz liebe Grüße Dani

    1. Christian sagt:

      Hi Dani, danke für den Hinweis – Foto ist jetzt mit drin! Morgen ist es erst mal vorbei mit Vancouver, dann geht es weiter in den Norden zur Sunshine Coast. Ich hoffe mal der Name hält was er verspricht!

  2. Susann sagt:

    Ich benutze einfach mal das gute alte „like“?

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