Weltreise mit Baby

Zwei Monate mit dem Baby durch Kanada – ein Fazit

geschrieben am: 17.Oktober 2016

Zwei Montate waren wir nun mit Baby im Westen von Kanada unterwegs. Durch unsere plötzliche Reiseunterbrechung einen Monat weniger als eigentlich geplant. Dennoch haben wir in den acht Wochen jede Menge erlebt und können allen Eltern mit Babys oder kleinen Kindern das Land als Reiseziel nur an Herz legen.

Freundliche Kanadier

Am meisten beeindruckt hat uns die Höflichkeit der Kanadier. Zu 99 Prozent (ein paar schwarze Schafe gibt es halt immer) waren alle Kontakte geprägt von äußerster Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Das fing an im Linienbus in Vancouver, wo jeder förmlich aufgesprungen ist um uns einen Sitzplatz anzubieten da wir ja ein Baby dabei hatten. Oder die Verkäuferin im Supermarkt, die den Kaffee erst später mahlte, damit der Knirps bloß nicht aufwacht. Bis hin zu Ashala und Stefano bei denen wir in den Bergen wwoofen waren und die uns dann später ohne Zögern ihre Wohnung in Vancouver zur Verfügung stellten, in der Nacht bevor wir so plötzlich nach Deutschland aufbrechen mussten.

Verschiedenste Behausungen

Wir haben zusammen die unterschiedlichsten Übernachtungsmöglichkeiten ausprobiert. Gewohnt haben wir in einem schönen gemütlichen Airbnb Apartment, im rustikalen Zimmer auf einer Farm in den Bergen, in sauberen und in dreckigen Hostels (manchmal hat man halt einfach Pech…), im Wohnwagen und im Zelt auf der Isomatte. Alles hatte seine Vor- und Nachteile. Ich möchte mich daher auch gar nicht festlegen, was ich am besten fand. Jede Unterkunft passte irgendwie zu den Dingen die wir erlebt haben. Es war einfach toll, so viele unterschiedliche Übernachtungsarten auszuprobieren.

Alle Unterkünfte würden wir auch jederzeit wieder mit Baby ansteuern. In den Hostels haben wir selbstverständlich aus Rücksicht gegenüber den anderen Gästen immer einen einzelnen Raum für uns gebucht. Der Knirps hat die ganze Zeit zwischen uns geschlafen. Da macht es dann nichts aus, ob Hostel, Zelt oder sonst was – solange Mama und Papa nebendran liegen.

Auch zelten war mit dem Knirps zusammen kein Problem

Auch zelten war mit dem Knirps zusammen kein Problem

Was muss mit?

Unsere ursprüngliche Packliste hat sich als schon ziemlich gut herausgestellt. Wir haben nichts vermisst aber auf der anderen Seite bis auf ein paar Kleinigkeiten auch nichts ungenutzt gelassen. Daher gibt auch nur kleinere Anpassungen für unsere Weiterreise. Sina wird zum Beispiel für die weitere Reise ihre Umhängetasche zu Hause lassen. Der Turnbeutel ist da um einiges praktischer und kann im Gegensatz zur Umhängetasche auch zusammen mit dem Baby-Carrier getragen werden.

Das Tragesystem für den Knirps anstatt eines Kinderwagens mitzunehmen war die beste Entscheidung überhaupt. Man ist einfach so viel wendiger und unabhängiger wenn der Kleine direkt am Körper transportiert wird. Wir haben zu keinem Zeitpunkt einen Kinderwagen vermisst. Vielleicht kurz wenn wir bei 30 Grad  mal wieder unterwegs waren und der Knirps und ich danach förmlich aneinander klebten… Aber auch das war auszuhalten.

Als besonders nützlich hat sich auch Sinas Stillschal erwiesen. Gerade in den Ländern, wo die Menschen doch etwas sensibler auf nackte Haut reagieren macht diese Utensil auf jeden Fall Sinn. So konnte der Knirps auch im Restaurant, im Park oder im Bus gestillt werden ohne dass sich jemand  dadurch gestört gefühlt hat.

Tragesystem - Alles im Blick und trotzdem nah bei Mama oder Papa

Tragesystem – Alles im Blick und trotzdem nah bei Mama oder Papa

Begrenzte Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Es gibt natürlich auch Punkte die wir beim nächsten Mal anders machen würden. So war es auf Dauer echt nervig, keinen eigenen fahrbaren Untersatz zu haben. Die Greyhound Verbindungen in Westkanada sind zwar recht gut aber man erreicht halt nur eine gewisse Anzahl an Orten. Dazu kommt noch, dass wir mit dem Knirps nicht länger als vier Stunden am Stück im Bus unterwegs sein wollten. Mit dem Auto kann man eine Pause machen wann immer man will, der Busfahrer allerdings hält nicht an, wenn der Kleine gerade mal keine Lust mehr hat.

Gerne hätten wir zum Beispiel auch noch die nördlicheren Plätze an der Sunshine Coast gesehen. Ohne Busverbindung leider unmöglich. Früher hätte man einfach den Daumen rausgehalten – trampen in Kanada funktioniert laut den Berichten anderer Reisender sehr gut – aber mit einem Baby stellt man sich nicht mehr so einfach an die Straße. Zumindest wir nicht. Für die zwei Monate hätte es sich für uns auf jeden Fall gelohnt ein Auto oder einen Camper zu kaufen und am Ende wieder zu verkaufen. Das ist in Kanada relativ unkompliziert wenn man im gleichen Bundesstaat kauft wie verkauft.

Reisetasche im Alltagstest durchgefallen

Überhaupt nicht bewährt hat sich leider unsere Reisetasche. Wenn wir unterwegs sind, dann trägt Sina vorne das Tragesystem mit dem Knirps und einen kleinen Rucksack auf dem Rücken. Auf meinem Rücken befindet sich ein 45 Liter Reiserucksack. Dazu kommt besagte Reisetasche mit Rollen und noch ein Seesack mit Sinas Diabeteskram. Eine ganze Menge Zeug also. Wir hatten uns im Vorfeld viel mit dem Thema Reisetasche beschäftigt und dann die „No Matter What™ Rolling Duffel L“ von der Firma eagle creek gekauft.

Die Verarbeitung der Tasche ist wirklich toll, die hätte sicherlich auch noch hundert weitere Flüge überlebt. Allerdings hat sie den kleinen aber entscheidenden Nachteil, dass sie mir beim Hinterherziehen immer in die Hacken fährt und dann umkippt. Meiner Meinung nach liegt es daran, dass es keinen ausziehbaren, starren Griff gibt sondern nur eine Schlaufe, an der man die Tasche fest hält. Diese Schlaufe ist zudem nicht sonderlich groß. Dadurch muss selbst ich als relativ kleiner Mensch mich fast ein wenig bücken, damit die Tasche ihren optimalen Rollwinkel hat. Alles Kappes. Spätestens wenn man mal voll beladen einen Kilometer oder mehr zum Hostel laufen muss und dann alle 50 Meter die Tasche einen Sittich macht steigt die Laune ins Unermessliche.

Das Ding musste also weg. Ersetzt wurde sie durch die „Shuttle 100“ von Osprey. Wir hatten kurz überlegt, den großen Bruder mit 130 Litern Fassungsvermögen zu bestellen um dann auf den Seesack verzichten zu können. Allerdings hätten wir dann die maximalen Maßen für das aufzugebene Gepäck bei vielen Fluggesellschaften überschritten. Die Tasche wäre dann Sperrgepäck und würde extra kosten. Meistens darf die Summe aus Länge + Breite + Höhe des Gepäckstücks 160cm nicht überschreiten. Mal schauen wie sich der neue Kandidat so schlägt.

Fazit: Immer wieder mit dem Baby nach Kanada

Kanada ist sicherlich eines der babyfreundlichsten Ziele für die erste Fernreise. Ob nun mit oder ohne Auto, im Hostel, im Hotel oder im Zelt – hier findet sich für jeden das optimale Paket um den Urlaub mit dem Nachwuchs zu gestalten. Für uns war es der perfekte Start für die Weltreise mit Baby – mal schauen wie es in den nächsten Ländern wird!

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2 Kommentare

  1. Dankmar Himmen sagt:

    Hallo ihr zwei, schön von euch zu lesen! Viel Spaß und noch viele coole Erlebnisse!

    1. Christian sagt:

      Hej vielen Dank! Bin mir sicher da kommt noch das ein oder andere :-)

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