Weltreise mit Baby

10 Dinge, die wir spontan mit unserer Zeit in Neuseeland verbinden

geschrieben am: 11.Mai 2017

168 Tage Neuseeland mit Baby, 72 verschiedene Unterkünfte, 11300 gefahrene Kilometer – das alles liegt hinter uns. Aber was bleibt hängen?

Das Interieur der brandneuen Air New Zealand Boing ist durchgängig in einer Kombination aus hellem Grau und Schwarz gehalten. Wir sitzen im hinteren Teil der Maschine, der Knirps liegt friedlich bei Sina auf dem Schoss und schläft.

Um uns herum sitzt eine bunte Mischung aus Menschen in Anzügen, die geschäftlich unterwegs sind, Familien mit Kindern so wie wir und einzelne Neuseeländer, die auf dem Weg zu Bekannten oder Verwandten sind.

Während die monoton rauschenden Triebwerke die Maschine in fast 11600 Metern Höhe kontinuierlich Richtung Sydney treiben, bleibt Zeit für einen kleinen Rückblick auf die vergangenen sechs Monate. Eine lange Zeit, die trotzdem wie im Flug vergangen ist. Wir haben uns gefragt, welche Dinge besonders hängen geblieben sind.

10 Dinge die wir mit Neuseeland verbinden

1. Grün

Die Vielfalt der Natur in Neuseeland ist einzigartig. Ganz besonders haben uns immer wieder die grünen, runden Hügel auf der Nordinsel beeindruckt. Es ist ein anderes Grün als wir es bisher in der Natur gesehen haben. Irgendwie satter, intensiver und vielfältiger. Es macht den Eindruck, als ob jemand den Sättigungsregler in Photoshop etwas weiter nach rechts geschoben hat. Zusammen mit dem Kontrast gegen den blauen Himmel mit seinen für Neuseeland typischen weißen Wolken ist das eine unschlagbare Kombination.

Einfach nur grün...

Einfach nur grün…

2. Auckland ist nicht Neuseeland

Im Anhang eines Neuseeland-Reiseführers habe ich eine Tabelle mit Übersetzungen von Begriffen gefunden, die hauptsächlich in Neuseeland genutzt werden. Hier tauchte auch der Begriff „Jafa“ auf – eine Abkürzung für „Just Another Fucking Aucklander“. Ursprünglich als Kränkung gedacht, nutzen es manche Aucklander mittlerweile als humorvolle Eigenbezeichnung. Aber es zeigt auch, dass Auckland anders ist als der Rest des Landes.

Das merkt man schon, wenn man nur 40 Kilometer aus der Stadt heraus fährt. Hier ticken die Uhren gleich viel langsamer. Man sieht viel mehr Menschen mit Flip Flops, Gummistiefeln oder barfuß (dazwischen gibt es zumindest bei den Männern in manchen Gegenden tatsächlich wenig…).

Auckland ist eine Stadt, die erst auf den zweiten Blick schön ist. Wer zuerst die City besucht, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein. In meinen Augen strahlt der Stadtkern der 1,4 Millionen Einwohner Stadt wenig Charme aus. Erst wenn man anfängt, tiefer in die einzelnen Stadtteile einzutauchen, lernt man die schönen Seiten Aucklands kennen.

Wir haben zum Schluss noch ein paar Tage im der nördlich gelegenen Bayswater verbracht. Ein friedlicher Stadtteil mit eigenem Fähranleger und kleinem Yachthafen. Ein sehr langer, leicht gebogener Landungssteg führt weit ins Wasser hinein und bietet einen unschlagbaren Blick auf die Skyline der City. Angler sitzen gedankenversunken neben ihren Ruten und warten darauf, dass ein Snapper, Cod oder Hoki anbeißt. Dabei bekommt man einen kleinen Eindruck, was einen außerhalb Aucklands erwartet.

Auckland ist erst auf den zweiten Blick schön

Auckland ist erst auf den zweiten Blick schön

3. Freundliche Menschen

Wir sind noch nie so schnell mit Leuten ins Gespräch gekommen wie in Neuseeland. Auch wenn Babys generell ein guter Gesprächsstarter sind, die Hemmschwelle jemanden anzusprechen ist einfach viel niedriger als anderswo. Manchmal ist es nur ein kurzer Austausch über das Wetter auf dem Parkplatz eines Supermarktes – „What a beautiful day, hey?“. Ein anderes Mal sitzen wir bereits nach kurzer Zeit mit einem Neuseeländer und seiner japanischen Frau auf dem Campingplatz bei einem Bier zusammen. Als sie hörten, dass wir im Juni wahrscheinlich für ein paar Wochen in Japan unterwegs sein werden, wurden wir sofort eingeladen, um wertvolle Tips für unsere Route zu bekommen. Ob wir noch etwas frisches Sashimi haben wollten? Sie hätten noch so viel über. Och ja, warum nicht…

4. Farn

Bisher kannte ich Farne eigentlich nur als Zimmerpflanze oder als kniehohes Gewächs in unseren Wäldern. In Neuseeland gibt es gleich ganze Wälder, die nur aus Farnen bestehen. Der Silberfarn, der bis zu 10 Metern hoch wachsen kann, ist eines der Markenzeichen Neuseelands. Es ist schon sehr beeindruckend, unter den hohen Farngewächsen zu laufen. Die feingliedrigen Blättern fächern das Sonnenlicht in einer ganz besonderen Art und Weise auf und lassen die Wälder dadurch oft ein wenig mystisch erscheinen. Die Silberfarn-Flagge gilt sogar als die inoffizielle Flagge des Landes.

Der Silberfarn wächst bis zu 10 Metern hoch

Der Silberfarn wächst bis zu 10 Metern hoch

5. Essen kann teuer sein…

Wir lieben gutes Essen. Gerne selbst gekocht mit tollen Zutaten. Aber natürlich macht es auch Spaß, sich im Restaurant etwas zu gönnen. Auf letzteres haben wir in Neuseeland allerdings fast durchgängig verzichtet. Zum einen ist es mit kleinem Kind einfach nicht mehr der entspannte Restaurantbesuch wie früher. Zum anderen hätte es auch nicht in unser Budget gepasst. Selbst für sehr einfache Gerichte zahlt man hier selten unter $25, also rund 16€ pro Person. Bei 60€ Gesamtbudget, das wir hier pro Tag für alle Ausgaben wie Nahrung, Übernachtung, Diesel usw. hatten, haut das schon ziemlich rein.

Deshalb war größtenteils selber kochen angesagt. Doch auch hier sind die Zutaten oft teurer als in Deutschland. Besonders Milch und Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Butter gehen richtig ins Geld. Mehl oder verschiedene Gemüse- und Obstsorten sind ebenfalls teuer, teilweise 2-3mal so viel wie bei uns.

Wenn man allerdings saisonale und lokale Produkte verwendet, landet man schnell wieder auf deutschem Preisniveau. Somit sitzt dann auch immer mal wieder eine leckere Portion Fish & Chips am Meer drin :-)

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

6. Wo kommen all die Deutschen her?

Man bekommt den Eindruck, Neuseeland wäre das Lieblingsreiseziel der Deutschen. Gefühlt liegt der Anteil deutscher Touristen bei mehr als 80%. Dabei gibt es drei Gruppen von Reisenden. Zum einen die 18-22jährigen, die nach der Schule und vor dem Studium mit einem Work & Travel Visum unterwegs sind. Oft zum ersten Mal von zu Hause weg stehen sie zu mehreren um einen Pott Nudeln herum und diskutieren, ob das Essen wohl fertig ist. Dann Paare mit Kindern, die es während der Elternzeit ausnutzen, endlich mal mehr als drei Wochen Reisezeit am Stück zu haben. Zuletzt die Gruppe der 60+, die es in ihren meist großen Reisemobilen sehr gemütlich angehen lassen.

7. Campervan-Heaven

Die Liste der Anbieter von Campern in Neuseeland ist groß. Egal ob Juicy, Maui, Wendekreisen, Britz, Apollo, Tui, WickedCamper, Spaceship, Eurocamper, Kea Campers, Escape oder wie sie sonst heißen – sie alle vermieten mobile Behausungen von klein bis riesig. Dazu kommen noch die „normalen“ Mietwagen, in denen diejenigen unterwegs sind, die entweder ganz altmodisch in Häusern wohnen oder aber zelten. Und man sieht sie überall. In manchen Gegenden scheinen gefühlt gar keine einheimischen Autos mehr unterwegs zu sein. Für uns wäre das Mieten keine Option gewesen. Die Preise liegen sehr selten unter 80€ pro Tag, eher weit drüber. Wer vor hat, länger als zwei Monate im Land zu bleiben, sollte auf jeden Fall den Kauf einen Fahrzeuges ins Auge fassen. Selbst bei einem schlechten Geschäft zahlt man oft weniger als die Miete gekostet hätte.

8. Überall saubere öffentliche Toiletten

Hier könnte sich Deutschland eine Scheibe abschneiden. Öffentliche Toiletten findet man in Neuseeland überall. Fast jeder Strand, Kinderspielplatz oder Parkplatz bietet die Möglichkeit zur Erleichterung. Bis auf ganz wenige Ausnahmen haben wir zudem nur saubere Örtlichkeiten vorgefunden.

9. Viel Spielplatz für die Kleinen

Der Knirps ist jetzt langsam in dem Alter, wo ihn auch Spielplätze interessieren. Am liebsten mag er alle Dinge, die man irgendwie hin und her schieben oder drehen kann. Während ich aus Köln mit wenigen Ausnahmen fast nur Bilder von Spielplätzen aus den 60er Jahren mit der typischen Rutsche-Schaukel-Wippe Kombination im Kopf habe, findet man hier durchgängig neue, wirklich abwechslungsreich und toll ausgestattete Spielplätze.

Tolle Spielplätze gibt es in Neuseeland an jeder Ecke

Tolle Spielplätze gibt es in Neuseeland an jeder Ecke

10. Ab in den Op-Shop!

Egal ob Pfannenwender, Hammer oder ein neues Bilderbuch für den Knirps – bei vielen Dingen führte unser erster Weg nicht in den Super- oder Baumarkt sondern in einen der unzähligen OP-Shops von Neuseeland. Die Opportunity Shops, wie sie regulär heißen, sind Second Hand Läden und werden vom Roten Kreuz, der Heilsarmee oder einem kirchlichen Träger betrieben. Es ist unglaublich, wie gut jeder noch so kleine Laden – sogar im hintersten Dorf – mit gebrauchten Dingen bestückt ist. Jeder kann dort nicht mehr benötigte Kleidung oder Gegenstände spenden, welche dann für einen niedrigen Preis wieder verkauft werden. Das Brotmesser für $0,50 oder Bauklötze für $1 – wir sind sehr oft fündig geworden. Speziell für Dinge, die eh nicht mit uns weiterreisen, wollten wir nicht unnötig viel Geld ausgeben.

Trödelfieber im Op Shop

Trödelfieber im Op Shop

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