Weltreise mit Baby

Strand im Northland von Neuseeland

Nordwärts! Mit dem Campervan unterwegs im neuseeländischen Northland

geschrieben am: 22.Dezember 2016

Seit knapp vier Wochen sind wir nun mit unserem Campervan in Neuseeland unterwegs. Weit sind wir in der Zeit noch nicht gekommen, unser Reisetempo ist eher gemächlich. Es lohnt sich einfach nicht, einen schönen Ort nur für einen Tag zu besuchen. Ansonsten verbringt man mehr Zeit mit nervigem Auf- und Abbauen als wirklich zu genießen.

Unser roter Mazda Bulli, der mittlerweile Olli heißt, kämpft sich tapfer die kurvigen Steigungen hoch. Der tuckernde Dieselmotor mit seinen rund 90 PS ist zwar nicht der schwächste, dennoch zählen wir eher zu den „slow vehicles“, wenn es bergauf geht. Aber auch auf gerader Strecke bremsen wir mit unserer Maximalgeschwindigkeit von knapp 90 km/h die hiesige Landbevölkerung immer wieder aus. Etwas schneller ginge es zwar noch aber der Lärmpegel im Auto steigt gefühlt im Quadrat zu jedem zusätzlichen Stundenkilometer…

An solchen Plätzen bleibt man gerne etwas länger...

An solchen Plätzen bleibt man gerne etwas länger…

Unterwegs im Northland

Wir befinden uns in der Region Northland, die sich nördlich von Auckland bis hoch zur absolut nördlichsten Spitze – dem Cape Reinga – erstreckt. Man begegnet Städtenamen wie Tutukaka oder Whatuwhiwhi, wobei es sich um maorische Namen handelt und die Buchstabenkombination „wh“ wie ein „f“ ausgesprochen wird.

Die Gegend hat sich seit Auckland verändert. Anfangs war sie noch von leuchtend grünen, mit Gras und Moos bewachsenen Hügeln geprägt, auf denen Kühe und Schafe weiden. Danach kamen große Wälder. Riesige Farne, die mit ihren stabilen Stämmen ein wenig an Palmen erinnern und die gigantischen Kauri Bäume lassen hier beim richtigen Licht alles etwas mystisch erscheinen. Ganz im Norden erstreckt sich, hinter großen Sanddünen verborgen, die Ninety Mile Beach. Ein endloser, von riesigen Wellen befeuerter Strand, der bei Ebbe auch gerne als Straße genutzt wird. Der Sand ist so hart, dass er einen fast betonähnlichen Untergrund bietet. Schaut man den Strand entlang, verliert sich der Blick schließlich am Horizont, der durch die starke Gischt verschwimmt.

Die Ninety Mile Beach ist tatsächlich nur 88km lang

Die Ninety Mile Beach ist tatsächlich nur 88km lang

Bezahlsytem auf Vetrauensbasis

Typisch für die ländlicheren Gegenden sind die Obst- und Gemüsestände am Straßenrand. Hier gibt es die frischesten Zutaten fürs Abendessen, oft auch „spray free“, also ohne chemischen Dünger gewachsen. Gezahlt wird in die „honesty box“. Man wirft das Geld für die erstandene Ware einfach in ein bereitgestelltes Behältnis. Wer Glück hat, trifft gleich auch noch den dazugehörigen Farmer und kann sich ein paar Tipps für die Gegend abholen.

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

Campertuning

Die Campingplätze sind hier im Northland jetzt vor Weihnachten alle noch erstaunlich leer. Dies wird sich aber wohl in ein paar Tagen ändern, denn Weihnachten und Silvester sind typische Campingwochenenden hier in Neuseeland. Da entstehen dann ganze Zeltstädte auf den Campingplätzen, ausgestattet mit Küchenzelt, Boot und einer Angelausrüstung, die ganze Dörfer versorgen könnte.

Nachdem wir erfahren mussten, dass Schattenplätze auf den Campgrounds oft nur sehr eingeschränkt bis gar nicht zur Verfügung stehen, bekam unser Camper sehr schnell eine schattenspendende Erweiterung. Gerade für den Knirps musste schnell eine Lösung her, da seine Spielfläche rund um den Wagen herum ansonsten tagsüber gleich null war. Mittags steht die Sonne hier fast im Zenit, wodurch der Wagen selbst keinerlei Schatten mehr spendet.

Die professionelle Lösung hätte das Budget zu sehr beansprucht. Eine Plane zusammen mit ein paar Schnüren aus dem Baumarkt, sowie zwei Stangen, die uns ein Campingplatzbesitzer geschenkt hat, tun es genauso gut. Gesamtinvestition: 12 Dollar, also ungefähr 8 Euro.

Die zweite Erweiterung betraf unser Wandregal. Die scharfen Kanten hatten schon öfter die ein oder andere Beule am Kopf des Knirpses verursacht. Hier helfen jetzt Schaumstoffisolierungen für Heizungsrohre, die einfach über die Kanten gestülpt werden und selbstklebend sind. Gibt es in jedem Baumarkt. In unserem Fall wurden dort in einer anderen Ecke die gleichen Schaumstoffüberzieher in anderen Farbe speziell als Kantenschutz für Schränke verkauft – nur halt doppelt so teuer…

Schnell installierter Kantenschutz aus Rohrisolierung

Schnell installierter Kantenschutz aus Rohrisolierung

Jingle Bells in Neuseeland

Weihnachten steht vor der Tür, auch hier in Neuseeland. Es ist schon schwer bei strahlendem Sonnenschein und weit über 20 Grad daran zu denken, dass in ein paar Tagen Heiligabend ist. Helfen tun einem dabei natürlich die Supermärkte, in denen fleißig Weihnachtslieder gespielt werden und die Angestellten mit Nikolausmützen oder Rentiergeweihen aus Plüsch herumrennen. Der obligatorische Santa Claus am Eingang – oft übrigens auch tätowiert, der Kinder auf den Schoß nimmt und ihnen Schokolade schenkt darf natürlich auch nicht fehlen. Glühwein sucht man hier allerdings vergebens. Allerdings hatten zwei Deutsche, die zufällig neben uns gecampt haben, extra alle Zutaten für eine Feuerzangenbowle aus Deutschland mitgebracht – inklusive Zuckerhuthalter. Damit kam dann abends doch fast ein wenig Weihnachtsmarktstimmung auf.

Wo geht in Neuseeland die Sonne auf?

„Im Osten geht die Sonne auf…“, jeder kennt das schlaue Sprüchlein. Gilt das eigentlich auch für Neuseeland oder geht die Sonne dort auf der anderen Seite auf? Es hat doch einige Zeit gebraucht, bis wir der Sache auf die Spur gekommen waren. Denn die Sonne ging zwar tatsächlich im Westen unter aber nie genau dort wo man es ein paar Stunden früher noch vermutet hatte. Des Rätsels Lösung: Die Sonne geht zwar wie bei uns im Osten auf und im Westen unter, allerdings steht sie mittags im Norden und nicht im Süden. Anstatt im Uhrzeigersinn wandert sie hier gegen ihn. Also „…im Norden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Süden ist die nie zu sehen.“ Und ich hatte mich schon gewundert, warum in den Immobilienanzeigen immer mit einer Nordlage geworben wurde…

Sonnenuntergang an der Ninety Mile Beach

Sonnenuntergang an der Ninety Mile Beach

Noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Tolle Wanderwege im Northland...

Tolle Wanderwege im Northland…

Wo bitte sind wir hier?

Wo bitte sind wir hier?

Wenig Weihnachtsstimmung trotz Tannenbaum...

Wenig Weihnachtsstimmung trotz Tannenbaum…

Gleich geht die Sonne auf

Gleich geht die Sonne auf

Yeah baby.

Yeah baby.

Das erste selbstgebackene Sauerteigbrot in Neuseeland!

Das erste selbstgebackene Sauerteigbrot in Neuseeland!

Auszeit am Strand

Auszeit am Strand

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3 Kommentare

  1. Claudia sagt:

    Hi, das alles klingt traumschön… Du kannst selbst Schwierigkeiten schön umschreiben ?. Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit, und falls man vorher nichts von Euch liest, auch einen guten Rutsch! Auf ein schönes 2017!

    1. Christian sagt:

      Na klar, das ist positives Denken :-)
      Vielen Dank, Dir das gleiche! Wir bereiten uns gerade aufs Weihnachts-BBQ vor…

  2. Daniela Maschman sagt:

    Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr! Rein gerutscht seid ihr ja gerade schon – wir haben es noch vor uns ;)
    Ich schreibe bald mehr über den Chat!
    Liebe Grüße Dani & Timo

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