Weltreise mit Baby

Tongariro Crossing

Tongariro Crossing – Auf der Jagd nach den Orks

geschrieben am: 01.Februar 2017

Es ist still. Total still. Keine Vögel, keine vom Wind bewegten Äste, keinerlei Verkehrslärm, keine anderen Menschen – nichts. Keine Ahnung, wann ich das zum letzten Mal so erlebt habe. Dafür ist die Sicht atemberaubend. Die Sonne ist vor einer guten Stunde aufgegangen. Sie strahlt von oben auf eine weiße Wolkenschicht, die hinter den nächsten Bergkuppen zu sehen ist. In etwa hundert Metern Entfernung stechen drei kleine Seen mit türkisblau leuchtendem Wasser aus der ansonsten kargen, mit Vulkangestein übersäten Landschaft hervor. Um die Seen herum steigen an verschiedenen Stellen kleine, weiße Rauchsäulen auf. Es riecht nach Schwefel. Irgendwo hier in der Gegend wurden auch Teile von Herr der Ringe gedreht. Das lässt sich sehr gut nachvollziehen, so ein Ork würde gut in die Landschaft passen.

Ausblick vom Red Crater auf die Emerald Lakes

Ausblick vom Red Crater auf die Emerald Lakes mit dampfenden Quellen

Ich befinde mich auf dem Gipfel des Red Crater, einem 1868m hohen Vulkankegel im Tongariro Massiv. Er gehört zu einem Wanderweg, der angeblich zu den schönsten der Welt zählt – dem Tongariro Crossing. Um hier oben wirklich mutterseelenallein sitzen zu dürfen, musste ich früh aufstehen. Denn an normalen Sommertagen wandern etwa 700 Menschen den knapp 20km langen Weg mit der spektakulären Aussicht. Um den Massen zu entgehen hieß es schon vor Sonnenaufgang zu starten. Und das hat sich definitiv gelohnt.

Vulkangestein soweit das Auge reicht

Vulkangestein soweit das Auge reicht

Der Knirps war bei der Wanderung nicht mit dabei, sondern mit Sina auf dem Campingplatz. Sie hatte die Wanderung schon bei ihrem letzten Besuch in Neuseeland gemacht. Dadurch war der knapp 800m hohe Aufstieg für mich dann doch etwas angenehmer als mit dem Kleinen vor dem Bauch. Theoretisch ist es sicherlich möglich, die Wanderung auch mit Baby im Tragesystem (Krakse) zu machen. Aber der Kleine möchte mittlerweile nicht mehr stundenlang getragen werden sondern sich selber bewegen. Dies ist aufgrund meist recht steiler Abhänge neben dem Weg nicht wirklich möglich. Außerdem sollte man dann auf richtige Wanderschuhe achten und nicht wie ich in meinen fast profillosen Turnschuhen dort aufkreuzen…

Günstig Übernachten mitten in der Natur

Wir übernachten öfter auf sogenannten DOC Campsites. Das DOC (Department of Conservation) bietet neben den schon beschriebenen tollen Wanderwegen auch günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Anstatt den sonst üblichen 15-20 Dollar pro Nacht und pro Person zahlt man hier nur ca. 8-12 Dollar. Manchmal auch gar nichts. Die DOC Plätze befinden sich meist mitten in Naturschutzgebieten. Auf warme Duschen muss man verzichten, ebenso wie auf Spültoiletten. Dafür stehen wir mit unserem Bulli im Grünen, ohne strikt abgetrennte Campingparzellen wie es auf den Holiday Parks sonst der Fall ist. Wir suchen uns einfach unser Plätzchen und dann kann der Knirps auf Entdeckungstour gehen.

Und das macht er gerne und ausgiebig, auch schon morgens im Bett. Er ist wie immer als erster wach. Nach ungefähr zwei Sekunden Aufwachzeit fängt er an, wie ein wilder durchs Bett zu krabbeln. Da ist es natürlich auch für uns mit dem Schlafen schnell vorbei. Ich schaue vom Kopfkissen aus durch das geöffnete Seitenfenster. Kühle, frische Luft weht in den Innenraum. Mein Blick fällt auf einige Hühner, die – warum auch immer – auf dem Zeltplatz herumlaufen. Gedämpft hört man Stimmen von einer Gruppe Kanufahrer, die hier ebenfalls ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. Für den Knirps ist das alles super spannend. Er steckt den Kopf aus dem Fenster, schaut den Hühnern hinterher. Ein paar andere Camper sind auf dem Weg zur Morgentoilette und werden ebenfalls ausgiebig beobachtet. Dadurch, dass auf diesen Plätzen auch die sonst übliche 10-Uhr-Abreisezeit nicht gilt, kann sich die Aufstehphase schon mal länger hinziehen. Bis wir endlich alle angezogen sind und gefrühstückt haben ist es schnell auch mal nach elf Uhr.

Camping mitten im Grünen auf DOC Campingplätzen

Camping mitten im Grünen auf DOC Campingplätzen

Auf Schnäppchenjagd…

Der Knirps steht momentan total auf Bilderbücher. Immer wieder blättert er die dicken Pappseiten hin und her. Wenn er dann etwas wieder erkennt, sei es Hund, Katze, Ente oder Traktor freut er sich wie ein Schneekönig. Eine gute Möglichkeit, ihm günstig Nachschub zu verschaffen sind die sogenannten Op Shops, die es in Neuseeland in jedem kleinen Ort gibt. Das „Op“ steht für Opportunity (in Deutsch „Gelegenheit“) und es handelt sich dabei um Second Hand Geschäfte. Auch wenn oft viel Trödel bis Schrott zu finden ist, lohnt es sich für Kinderspielzeug oder Haushaltswaren mal vorbei zu schauen. Die meisten Sachen die wir hier kaufen werden in Neuseeland bleiben wenn wir weiter reisen. Da lohnt es sich einfach nicht, alles neu anzuschaffen.

Trödelfieber im Op Shop

Trödelfieber im Op Shop

Noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Meer ist einfach immer toll...

Meer ist einfach immer toll…

Die Wälder haben oft etwas mystisches

Die Wälder haben oft etwas mystisches

Campig mit Ausblick auf "Mordor"

Camping mit Ausblick auf „Mordor“

Toller Sonnenuntergang in Paekakariki

Toller Sonnenuntergang in Paekakariki

Ohawe Beach erinnert ein wenig an Irland

Ohawe Beach erinnert ein wenig an Irland

Einfach nur grün...

Einfach nur grün…

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2 Kommentare

  1. Markus Donauer sagt:

    Hallo ihr 3 !

    Immer wieder beneidenswert !

    Weiter gute Reise

    Schöne Grüße aus der Schwerinstr.

    Markus

    1. Christian sagt:

      Besten Dank Herr Nachbar! Grüße zurück, bald geht es ja schon wieder an die Vorbereitung fürs nächste Straßenfest :-)

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