Weltreise mit Baby

Supermärkte in Neuseeland

geschrieben am: 29.März 2017

Eine der ersten Fragen, wenn man in Neuseeland im Campervan unterwegs ist, lautet: „Wo ist eigentlich der nächste Supermarkt und welchen nehme ich am besten?“. So groß wie in Deutschland ist die Auswahl nicht. Es gibt drei Ketten mit großen Supermärkten in Neuseeland: Countdown, New World und Pack’n Save.

Countdown, New World und Pak’n Save

Während Countdown einer australischen Muttergesellschaft gehört, handelt es sich bei New World und Pack’n Save um rein neuseeländische Firmen. Für so manchen Neuseeländer ein wichtiger Punkt, deswegen findet man an vielen Geschäften auch einen großen „proudly NZ owned“ Schriftzug.

Filialen von Pak’n Save findet man nur in den großen Städten, Countdown und New World auch in mittelgroßen. In kleinen Orten gibt es dafür „Four Square“ oder „Fresh Choice“ – auch Supermärkte aber mit weniger Auswahl und etwas teurer. Die sogenannten „Diaries“ sind etwa vergleichbar mit dem Kölner Büdchen oder einer Art Kiosk. Sie verkaufen nicht nur Milchprodukte wie es der Name vermuten lässt sondern auch andere Basis-Lebensmittel wie Toast oder Getränke.

Die Öffnungszeiten entsprechen grob denen in Deutschland – mit einer Ausnahme: Auch Sonntags​ kann man hier einkaufen. Lediglich an Weihnachten sind wirklich alle Supermärkte in Neuseeland geschlossen und selbst dann nur am 25. Dezember. Die Türen schließen selbst in kleinen Orten selten vor 19 Uhr. In den großen Städten haben die Supermärkte in der Regel auch bis 22 oder 23 Uhr geöffnet.

Bio ist nicht leicht zu finden

Wer in Deutschland daran gewöhnt ist, dass es quasi in jedem Supermarkt Bio Gemüse oder Bio Fleisch gibt, der wird in Neuseeland enttäuscht. Die Nachfrage nach biologisch hergestellten Lebensmitteln scheint hier ziemlich gering zu sein, was natürlich auch an der niedrigen Einwohnerzahl von gerade mal vier Millionen liegen kann. Wenn sich hier zehn Prozent aller Menschen dafür interessieren, wie genau ihre Nahrung produziert wird, dann sind das natürlich viel weniger als zum Beispiel in Deutschland mit 82 Millionen Einwohnern.

Bei vielen frischen Lebensmitteln, besonders aber beim Fleisch fällt auf, dass es grundsätzlich keinerlei Angaben zum genauen Herkunftsort oder Art der Aufzucht gibt. In den Augen der Kiwis ist alles gut, was in Neuseeland produziert wird – „Made in NZ“ hat ein fantastisches Image. Wenn man sich allerdings anschaut, wie viele riesige Rinderfarmen es in Neuseeland gibt, kann man sich schwer vorstellen, dass alle Tiere glücklich aufwachsen und schonend geschlachtet werden. Mittlerweile leben hier mehr Rinder als Schafe. Auf der anderen Seite scheint – im Gegensatz zu Europa oder den USA – alles Vieh grundsätzlich auf der Weide zu leben und ausreichend Platz zu haben (wenn es etwas gibt in Neuseeland, dann ist es Platz!). Trotzdem ist man sich nie sicher, ob man jetzt wirklich gutes Fleisch gekauft hat. Auch wenn natürlich überall immer „best quality“ drauf steht…

Zigaretten für mehr als 15 Euro pro Packung

Für die Kiwis, die an Bio Lebensmitteln interessiert sind (und wahrscheinlich für die ganzen bioverwöhnten deutschen Touristen) gibt es auch reine Bioläden. Allerdings sind diese wirklich nichts für ein knappes Reisebudget. Logischerweise zahlt man für biologisch hergestellte Lebensmittel etwas mehr, hier allerdings ist der Preisunterschied enorm. Da können schnell mal 10 Dollar für ein normales Brot fällig werden.
In vielen Supermärkten findet man allerdings im Bereich der verpackten Lebensmittel (Körner, Nüsse, Mehl, Dosentomaten etc.) auch Bioware. Diese kommt fast immer von der Firma Ceres Organics, die so gut wie konkurrenzlos zu sein scheint.

Die Preise in den Supermärkten entsprechen mit einigen Ausnahmen ungefähr denen in Deutschland. Milchprodukte sind zum Beispiel relativ teuer, hier zahlt man schnell mal das doppelte.
Auch Alkohol ist generell teurer. Erschrecken werden sich auch alle Raucher. Ein normales Päckchen mit zwanzig Zigaretten liegt bei 25NZD (ungefähr 16,50€), für ein Päckchen Tabak sind schnell mal 50NZD (ca. 32,50€) fällig.
Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass Pak’n Save am günstigsten ist. Danach kommen Countdown und New World. Das preisliche Schlusslicht bilden dann die ländlichen kleinen Supermärkte.

Auf der Suche nach „richtigem“ Brot

Fast alle Deutschen sieht man bei ihren ersten Besuchen im Supermarkt vor dem Brotregal auf und ab laufen. Die Auswahl ist meistens riesig – allerdings nur an Toastbroten. Wer ein schönes Roggensauerteigbrot sucht, der geht hier in Neuseeland leer aus. Die Kiwis bevorzugen weiche Brotlaibe, die sich ohne Probleme auf die Größe eines Tennisballs zusammendrücken lassen. Uns bleiben da nur drei Möglichkeiten: Entweder auf Müsli umsteigen, das weiche Brot akzeptieren oder aber Campingplätze mit Ofen suchen, auf denen man dann sein eigenes Brot backt. Viele Campgroundbesitzer sind das von den Deutschen schon gewohnt…

Unendlich viel Auswahl beim Toastbrot

Unendlich viel Auswahl beim Toastbrot

Keine Pampers in Neuseeland

Wer mit Baby in Neuseeland unterwegs ist wird als erstes feststellen, dass es hier so gut wie keine original „Pampers“ gibt. Die lokale Windelmarke heißt Treasures, daneben findet sich meistens noch eine gute Auswahl an „Huggies“ Windeln im Regal. Wir sind zuerst mit der lokalen Marke gestartet, dann aber auf die Amerikaner umgestiegen. Irgendwie roch der Knirps mit den Treasures Windeln sehr stark nach Urin, was er mit den anderen nicht tat.
Als wir im November in Neuseeland gestartet sind, bekam der Kleine abends noch eine Portion angerührten Milchbrei. Wir sind dann relativ schnell auf Gries umgestiegen, da es hier einfach keinen ungesüßten und geschmacksneutralen Milchbrei gibt. Zumindest haben wir keinen gefunden… Alternativ gibt es aber auch diverse Flocken, mit denen man ebenfalls einen Brei anrühren kann.
Gläschen oder Quetschies gibt es dagegen überall in vielen Sorten. Überraschenderweise auch immer als Biovariante.

Überhäuft mit Plastiktüten

Während man in Europa mittlerweile für Plastiktüten bezahlen muss, wird man in neuseeländischen Supermärkten noch damit überhäuft. An der Kasse bekommt man alle seine Einkäufe in unendlich viele Tüten verpackt und wieder in den Einkaufswagen gestellt. Das Fleisch wird noch einmal extra verpackt, es könnte ja etwas aus der mit dickem Plastik verschweißten Verpackung auslaufen… Lediglich Pak’n Save bildet hier die Ausnahme. Dort muss man entweder eine Tüte kaufen oder aber die Lebensmittel lose mitnehmen. Ein Grund für viele Neuseeländer, hier nicht einzukaufen. Wir bringen das Kassenpersonal dazu regelmäßig aus ihrem Rhythmus, wenn wir mit unserem guten Stoffbeutel bedruckt mit den kölschen Grundgesetz an der Kasse auftauchen und bitten, die Lebensmittel nicht in Tüten zu verpacken. Et es wie et es…

Mit unserer tollen Einkaufstasche zählen wir eher zu den Außenseitern...

Mit unserer tollen Einkaufstasche zählen wir eher zu den Außenseitern…

Ein schöne Alternative zu den Supermärkten in den Neuseeland bilden übrigens die Wochenendmärkte in vielen Orten. Sehr schön sind auch die Verkaufsstände der Farmer am Straßenrand. Hier gibt es oft frischeres Gemüse als im Laden und das zu günstigeren Preise. Bezahlt wird meist auf Vertrauensbasis in die „Honesty Box“, Personal gibt es hier nicht. Dafür aber oft „organic“ oder „spray-free“ Gemüse…

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

Obst und Gemüse auf Vertrauensbasis am Straßenrand

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2 Kommentare

  1. Christian sagt:

    Pampers findet man bei allen The Warehouse –> in allen größeren Städten zu finden

    1. Christian sagt:

      Hi Christian, vielen Dank für den Hinweis! Im Warehouse waren wir zwar schon sehr oft für unterschiedlichste Sachen aber nach Windeln haben wir da irgendwie nie geschaut.

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