Weltreise mit Baby

Mit Diabetes auf Weltreise…

geschrieben am: 23.Juni 2016

Sina ist seit mittlerweile knapp 10 Jahren an Typ 1 Diabetes erkrankt. Das bedeutet, dass sie täglich mehrmals den Blutzuckerspiegel messen muss, um dann bei Bedarf auf zu hohe oder zu niedrige Werte zu reagieren. Bei zu niedrigen Werten gibt es eine Ladung Zucker für den Körper – je nach Dringlichkeit entweder in Form von Traubenzucker oder Kohlenhydraten. Zu hohe Zuckerwerte werden mit Insulin wieder eingenordet. Die Insulinversorgung geschieht bei Sina über eine Insulinpumpe, die sie zum einen kontinuierlich mit einer Basismenge Insulin versorgt. Auf der anderen Seite kann damit aber auch manuell extra Insulin gegeben werden. So wird der mit der Nahrung aufgenommene Zucker ausgeglichen.

 

Eine Menge Zeug…

Welche Vorbereitungen muss man nun treffen, wenn man mit Diabetes auf Weltreise gehen will? Zuerst einmal, dass ein gesunder Vorrat an Messplättchen für das Blutzuckermessgerät, Insulin und Zubehör für die Insulinpumpe mit ins Gepäck muss. Sina trägt die Pumpe immer mit sich und sie ist über einen dünnen Schlauch die ganze Zeit direkt mit einem Zugang in der Bauchdecke verbunden. Dieser Zugang und auch der Schlauch muss ca. alle drei Tage gewechselt werden. Dadurch kommt schon mal eine ganze Menge Zeug zusammen. Zusätzlich kann es ja immer mal sein, dass entweder das Blutzuckermessgerät oder auch die Pumpe zwischendurch den Geist aufgibt – also muss auch hier für Ersatz gesorgt sein. Eine zweite Pumpe mitzunehmen wäre zu teuer, deswegen kommen Insulinpens mit ins Gepäck, mit denen man dann manuell spritzt.

 

Wer zahlt was?

Wir haben lange überlegt, wie wir die Versorgung mit Insulin und Zubehör auf der Reise handhaben. Schwierig ist zum Beispiel, dass uns niemand sicher sagen konnte, ob es das Verbrauchsmaterial für Sinas Pumpe auch in allen Ländern gibt, die wir bereisen wollen. Außerdem übernimmt die Auslandskrankenversicherung verständlicherweise keine Kosten für chronische Krankheiten. Somit würden die Kosten nicht erstattet werden (und das sind mehrere hundert Euro im Monat…).
Da Sina Lehrerin ist, werden ihre Medikamente und Arztrechnungen in Deutschland zu 50% von der privaten Krankenversicherung übernommen und zu 50% von der staatlichen Beihilfe. Gegen einen Auslandsaufschlag übernimmt  die private Krankenversicherung auch die Kosten der Medikamente im Ausland ohne Einschränkungen. Die Beihilfe allerdings übernimmt nur unter bestimmten Bedingungen die Kosten und zahlt dann auch nur den Preis, den die Medikamente in Deutschland kosten. Da aber zum Beispiel in den USA das Insulin um ein vielfaches teurer ist als in Deutschland, würden wir auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, so viel Vorrat wie möglich mitzunehmen. Das Maximum, was Sina verschrieben bekommen hat, waren Insulin und Verbrauchsmaterial für die Pumpe für neun Monate. Den Rest muss dann entweder wer mitbringen, der uns unterwegs besucht oder aber wir müssen in den sauren Apfel beißen und die Sachen vor Ort kaufen.

 

Wohin mit dem Insulin im Flieger?

So viel Vorrat wiegt natürlich auch etwas – so ungefähr 10kg. Bei 40kg Gesamtgepäck für uns drei würde das schon einen großen Teil ausmachen. Allerdings fliegen wir die erste Strecke mit Lufthansa und da hat der Knirps auch ein Gepäckstück frei. Dies ist leider nicht bei allen Fluggesellschaften der Fall, weswegen wir uns auch dazu entschlossen haben für den worst case zu packen – das sind 2x 20kg.
So aber können wir das zusätzliche Gepäckstück nutzen, um den ganzen Diabeteskram mitzunehmen. Wenn wir dann das nächste Mal fliegen ist hoffentlich schon so viel verbraucht, dass wir den Rest auf die beiden anderen Gepäckstücke verteilen können.

Übrigens, im Frachtraum eines Flugzeuges ist es zwar kälter als im Kabinenbereich, allerdings werden die Temperaturen niemals unter null Grad sinken. Daher braucht man sich auch keine Sorgen um das Insulin zu machen, dass zu niedrige Temperaturen nicht verträgt. Gegen zu hohe Temperaturen helfen unterwegs übrigens Kühltaschen von Frio. Die halten das Insulin ohne Strom oder Batterien schön kühl. Dafür sorgen Kristalle in dem Stoff, die in Verbindung mit kaltem Wasser ein kühlendes Gel bilden. Angeblich wird der Inhalt dadurch selbst bei einer Außentemperatur von 38°C für 45 Stunden kühl gehalten. Ob es wirklich so lange kühlt haben wir noch nicht ausprobiert aber bei unseren Reisen nach Kuba oder Costa Rica hat sich diese Tasche auf jeden Fall bewährt.

Wichtig für die Kontrollen am Flughafen sind noch ein Diabetesausweis und eine Bescheinigung vom Arzt auf Englisch. Damit ist Sina bisher immer weitestgehend problemlos überall durchgekommen.

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