Weltreise mit Baby

Vorsorge-Untersuchungen für Babies im Ausland durchführen?

geschrieben am: 26.April 2016

Für alle Kinder von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr gibt es in Deutschland die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9. Mögliche Krankheiten oder Entwicklungsstörungen sollen durch diese Untersuchungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Seit 1991 gibt es dieses einheitliche Früherkennungsprogramm für Kinder.

Sobald ein Kind an einer der Vorsorgeuntersuchungen U5 – U9 teilgenommen, sind die Ärzte verpflichtet, dies der „Stelle Gesunde Kindheit“ zu melden. Diese zentrale Stelle vergleicht die Daten des Einwohnermeldeamtes mit den Meldungen der Ärzte. So können die Kinder ermittelt werden, für die noch keine Teilnahmebestätigungen vorliegen. In diesen Fällen schreibt die Zentrale Stelle die Eltern kurz nach einen Toleranzzeitraum an, um sie an die Untersuchung zu erinnern. Falls dann später immer noch keine Teilnahme gemeldet wurde, wird das zuständige Jugendamt informiert. Dieses ist dann in der Verpflichtung zu prüfen, ob Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung besteht.

Soweit die offizielle Regelung. Einige finden dieses Vorgehen mal wieder „typisch deutsch“ und fühlen sich dadurch zu sehr kontrolliert und überwacht. Mir geht es in diesem Fall nicht so. Es gibt leider genug Eltern, die es nicht auf die Reihe bekommen bei ihren Kindern diese Untersuchungen durchführen zu lassen. Dadurch werden dann eventuelle Entwicklungsstörungen nicht rechtzeitig erkannt und können später nicht mehr so einfach behandelt werden.

Folgende Untersuchungen sind für ein Kind vorgesehen (aus http://www.kita.de/wissen/kinder/kindergesundheit/frueherkennung):

U1: nach der Geburt – Toleranzgrenze: keine

U2: 3. bis 10. Lebenstag – Toleranzgrenze: 3. bis 14. Lebenstag

U3: 4. bis 5. Lebenswoche – Toleranzgrenze: 3. bis 8. Lebenswoche

U4: 3. bis 4. Lebensmonat – Toleranzgrenze: 2. bis 4 ½. Lebensmonat

U5: 6. bis 7. Lebensmonat – Toleranzgrenze: 5. bis 8. Lebensmonat

U6: 10. bis 12. Lebensmonat – Toleranzgrenze: 9. bis 14. Lebensmonat

U7: 21. bis 24. Lebensmonat (mit etwa 2 Jahren) – Toleranzgrenze: 20. bis 27. Lebensmonat

U7a: 34. bis 36. Lebensmonat (mit etwa 3 Jahren) – Toleranzgrenze: 33. bis 38. Lebensmonat

U8: 46. bis 48. Lebensmonat (mit etwa 4 Jahren) – Toleranzgrenze: 43. bis 50. Lebensmonat

U9: 60. bis 64. Lebensmonat (mit etwa 5 Jahren) – Toleranzgrenze: 58. bis 66. Lebensmonat

J1: im Alter von 13 Jahren – Toleranzgrenze: 13. bis vollendetes 15. Lebensjahr

Bei uns fällt die U6 genau in den Zeitraum, wo wir mit dem Knirps auf Weltreise sind. Eine genaue Beschreibung auf Englisch, was genau bei dieser Untersuchung im Detail gemacht werden soll, habe ich nirgendwo gefunden. Allerdings ist dies auch nicht unbedingt nötig. Die grobe Beschreibung der U6 sieht so aus (und kommt von dieser Seite):

U6 – zehnter bis zwölfter Lebensmonat

Jetzt wird die Rachitisprophylaxe abgeschlossen (Fortführung im Winterhalbjahr des zweiten Jahres). Weitere Impfungen stehen an. Der Arzt untersucht Ihr Kind und richtet den Blick vor allem auf folgende Aspekte:

motorische Entwicklung

Sozial- und Spielverhalten

neurologische Untersuchung

Feststellung geistiger oder körperlicher Entwicklungsverzögerungen; Einleitung von Fördermaßnahmen

Ernährungszustand

Sehvermögen (Schielen)

Hörvermögen (bei Zweifel spezielle Höruntersuchung)

körperliche Untersuchung

 

Ich bin mir sicher, wenn man dies auf Englisch dem Arzt im Ausland vorliegt, wird er wissen, was er tun muss um festzustellen, ob der Knirps bei den aufgelisteten Punkten seinem Alter entsprechenden entwickelt ist. Wir werden berichten ob es stimmt…

Als Bestätigung reicht übrigens ein Bericht von dem Arzt über die durchgeführten Untersuchungen. Diesen kann man dann einfach an die Zentrale Stelle Gesunde Kindheit schicken. Sinnvoll ist es noch, dort im Vorfeld Bescheid zu geben, dass man eine U-Untersuchung im Ausland durchführen wird. Ich hatte dort eine sehr nette Mitarbeiterin am Telefon, die sofort einen entsprechenden Vermerk ins System eingepflegt hat. Auf dieser Seite gibt es die Telefonnummer oder auch die Mailadresse.

 

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