Weltreise mit Baby

Einen kleinen Wärmeschrank selber bauen

geschrieben am: 08.November 2015

Für viele leckere Sachen braucht man bei der Herstellung über längere Zeit eine bestimmte Temperatur – zum Beispiel wenn man Joghurt oder Tempeh selber machen möchte. Auch beim Brot backen sollen manche Teige bei einer ganz bestimmten Temperatur reifen. Dafür könnte man natürlich den Backofen benutzen, allerdings lässt sich da die Temperatur nicht so genau einstellen (für Joghurt soll man idealerweise über mehrere Stunden 42-45°C haben). Die optimale Lösung ist daher ein Wärmeschrank, bei dem man auch niedrige Temperaturen gut einstellen kann. Nun kann man sich so einen Wärmeschrank kaufen – oder natürlich auch ganz einfach selber bauen.

Im Grunde braucht man dafür fünf Dinge:

1. Ein Behältnis, in dem die Wärme erzeugt wird. Das kann alles mögliche sein: Ein stabiler Karton, eine IKEA Kunststoffkiste mit Deckel oder vielleicht auch ein altes Computergehäuse. Man sollte sich vorher nur ein paar Gedanken machen, wie viel Platz man später in seinem kleinen Wärmeschrank haben möchte. Bei mir soll da eine große Teigschüssel drin Platz finden. Im Keller stand noch eine MDF Platte, daher habe ich mir eine Kiste aus Holz gebaut.

 

 

2. Ein Heizelement. Hier gibt es eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, die meistens alle recht teuer sind. Die günstigste Lösung ist hier die gute alte 60 Watt Glühbirne. Die wandelt nämlich nur 5% des Stroms in Licht um – und den Rest in…  Wärme!

 

 

3. Einen Temperaturschalter. Der misst mit einem Sensor die Temperatur in unserem Wärmeschrank. Wird es zu kalt, dann schaltet er automatisch das Heizelement ein bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Ich habe diesen Temperaturschalter gebraucht bei ebay gefunden – ist aber auch neu recht günstig und funktioniert vernünftig wenn man einmal die Bedienung verstanden hat. Eine Anleitung gibt es hier bei Youtube.

 

 

4. Styropor zum Isolieren der Kiste. Gibt es für 1-2€ im Baumarkt. Ich habe 20mm Dicke genommen.

5.  Einen kleinen Steuerkasten, in den der Temperaturschalter und die Verkabelung eingebaut wird – kann eine Tupperdose sein oder irgendwas ähnliches. Ich habe nochmal zur Holzvariante gegriffen.

 

 

Dazu kommt dann noch etwas Anschlusskabel und eine Lampenfassung – das war es schon.

Jetzt bauen wir das alles mal zusammen… Zuerst habe ich den Temperaturschalter in die Steuerbox eingebaut. Diese wird dann später auf dem Deckel von meiner Kiste befestigt. Vorher sägen wir aber in den Deckel noch eine Öffnung, durch die unsere Lampenfassung verschraubt wird.

 

 

Danach wird die Kiste mit Styropor ausgekleidet. Vergesst nicht den Deckel und den Boden. Befestigt habe ich das Styropor einfach mit doppelseitigem Klebeband. Im Deckel schneiden wir zusätzlich noch eine Öffnung für die Lampenfassung ins Styropor.

 

 

Im letzten Schritt wird dann noch alles nach Anleitung verkabelt. Hört sich wilder an als es ist – bei mir musste an den Temperaturschalter ein Netzkabel, die Verbindung zur Lampenfassung und ein Brückendraht angeklemmt werden. Zum Schluss noch ein kleines Loch in den Deckel bohren, durch das der Temperaturfühler gesteckt wird. Der hängt später in Bodennähe (also möglichst weit weg von der Glühbirne) frei in der Kiste.

 

 

Damit ist unser kleiner Wärmeschrank auch schon fertig. Nun können wir an unserer Anzeige die gewünschte Temperatur einstellen und schon heizt die 60 Watt Birne den Innenraum fleißig auf. Geht viel schneller als ich gedacht habe – unglaublich wie uneffektiv die Dinger eigentlich sind wenn man damit Licht erzeugen will! Ich habe festgestellt, dass die Temperatur noch etwas weiter steigt auch wenn die Lampe schon aus ist. Liegt daran, dass das Glas ziemlich heiß ist. Habe die Wunschtemperatur einfach ein Grad heruntergestellt, dann passte alles.

Insgesamt ziemlich wenig Aufwand für ein ziemlich cooles Ergebnis. Wird viel Joghurt geben in nächster Zeit….

 

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