Weltreise mit Baby

Tempeh ganz einfach selber herstellen

geschrieben am: 22.November 2015

Anfang des Jahres bin ich auf einer Reise zufällig für ein paar Nächte auf dem Bauernhof von Bernhard und Barbara in den Vogesen gelandet. Ein unheimlich nettes Paar, welches viele Nahrungsmittel selber biologisch anbaut und deren Mahlzeiten überwiegend aus makrobiotischer vegetarisch-veganer Kost besteht.

Dort gab es dann am ersten Abend Brennesselgemüse mit gebratenen Tempeh.  Temp… – was??!? Hatte ich noch nie gehört. Barbara erklärte mir, dass es sich dabei um fermentierte Sojabohnen handelt, das heißt die Bohnen werden mit einem bestimmten Pilz „geimpft“. Ursprünglich kommt Tempeh aus Indonesien und hat einen hohen Gehalt an Eiweiß und Ballaststoffen. Es schmeckt mild und ein wenig nussig. Man kann Tempeh zum Beispiel wunderbar marinieren und dann braten oder fritieren.


Rhizopus OligoporusMich hat natürlich wieder interessiert
, ob man so etwas auch selber herstellen kann. Kann man. Und es ist gar nicht so schwer. Benötigt werden dafür Sojabohnen, Essig und der Fermentationspilz Rhizopus Oligosporus. Diesen Pilz habe ich im Internet beim Makrobiotik Versand bestellt – es gibt aber sicher auch noch andere Online Händler die ihn anbieten.

Weiterhin braucht man Gefrierbeutel und einen Ort, wo die Sojabohnen 2 Tage lang bei ca. 30° „brüten“ können. Vielleicht klappt das ganz gut im Backofen wenn man ihn fein genug einstellen kann – ansonsten empfiehlt sich hier ein kleiner Wärmeschrank. Der lässt sich übrigens auch ganz einfach und günstig selber bauen – eine Anleitung gibt es hier :-)

Sojabohnen kochenUm ca. 800g Tempeh zu erhalten weicht man zuerst 500g Sojabohnen in der dreifachen Menge Wasser für 12-20 Stunden ein. Danach werden die Bohnen geschält (wie das am besten geht könnt ihr hier nachlesen) und anschließend für ca. 30-40 Minuten zusammen mit 2 EL Essig gekocht. Der Schaum, der dabei entsteht, lässt sich gut mit einem Schaumlöffel entfernen.

Sojabohnen trocknenAnschließend wird das Wasser abgegossen und die Sojabohnen kommen auf ein Geschirrtuch zum trocknen. Dort können sie dann auch abkühlen bis sie nur noch handwarm sind.

Danach werden die Bohnen wieder in eine große Schüssel verfrachtet und „geimpft“. Sojabohnen impfenDafür werden 4g von dem Fermentationspilz zu den Bohnen gegeben und alles gut vermischt. Ruhig etwas länger durchmischen, eine gleichmäßige Verteilung ist wichtig, damit die Fermentation vernünftig funktioniert.

Anschließend werden die Sojabohnen gleichmäßig auf Gefriertüten verteilt, in die vorher mit einer Nadel alleSojabohnen zum brüten vorbereiten 1,5cm Lüftungslöcher gestochen wurden. Das sorgt später in der Wärmekammer für das richtige Klima in Tüte… Irgendwo habe ich gelesen, dass die Dicke der Befüllung nicht mehr als 3cm betragen soll – habe mich bisher nur mäßig dran gehalten und es hat auch so funktioniert.

Herstellung von Tempeh im WärmeschrankNun kommen unsere Tempeh-Päckchen in den Wärmeschrank. Damit sie auch von allen Seiten Luft bekommen am besten auf ein Gitter stellen, zum Beispiel so eins, dass normalerweise auf den Toaster kommt. Die Temperatur im Wärmeschrank sollte zwischen 30° und 33°C liegen, nicht drüber sonst kann das Tempeh schlecht werden. Danach heißt es warten… so ca. 30-35 Stunden. Man erkennt recht gut, wann das Tempeh fertig ist. Irgendwann ist alles mit einer weißen Schicht überzogen, so ähnlich wie ein Camenmert. Das ist dann der Punkt, an dem man den Wärmeschrank ausstellen und das Tempeh herausholen kann.

Und nun? Tempeh soll man nicht roh essen, daher habe ich es als ersten Versuch mal in Scheiben geschnitten, mit Salz und Pfeffer gewürzt und dann zusammen mit ein paar Kräutern in der Pfanne angebraten. Schon ziemlich lecker! Mariniert ist es bestimmt noch besser, da dann auch saftiger. Ich werde berichten…

Tempeh gebraten

 

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