Weltreise mit Baby

Taipeh – Willkommen in Taiwan!

geschrieben am: 28.Mai 2017

Bunte Leuchtreklamen, digitale Laufbänder, grelle LED Wände. Dazu das Röhren unzähliger Motorroller und das Hupen auf sich aufmerksam machen wollender Autofahrer. Nach Auckland und Sydney ist Taipeh ein ganz anderes Kaliber. Wir stehen beeindruckt an einer großen Kreuzung und warten darauf, dass die Fußgängerampel auf grün umspringt. Neben uns steht eine Frau mit einem Hundewagen (wie Kinderwagen, nur für Hunde – sehr beliebt in Taipeh!) und winkt dem Knirps grinsend zu. Er grinst gelassen zurück – in der Metro gab es schon die erste Fotosession, vier Frauen zückten sofort ihre Handys und Tablets als wir einstiegen. Gegenüber läuft auf einer überdimensionalen Leinwand Werbung für einen neuen Kinofilm – natürlich auch mit Ton aus entsprechend großen Lautsprechern. Allerdings fügt sich der Sound nahtlos in die komplexe Geräuschkulisse um uns herum ein und fällt gar nicht mehr wirklich ins Gewicht. Endlich springt die Ampel um und wir können unseren Weg zur Unterkunft fortsetzen.

Mal eben von Sydney nach Taipeh…

Nach einer 19 stündigen Reise sind wir vor gut 60 Minuten endlich in Taiwans Hauptstadt gelandet. Der Knirps hat den Trip gut gemeistert. Für die ersten acht Stunden von Sydney nach Kuala Lumpur hatten wir extra einen Nachtflug gewählt auf dem er tatsächlich größtenteils geschlafen hat. Danach galt es, sechs Stunden auf dem Flughafen zu überbrücken. Das klappte dank den vom Knirps geliebten Fahrstühlen und Rolltreppen, sowie einem Aquarium mit vielen Fischen und leckeren Snacks besser als erwartet. Die restlichen vier Stunden Flug nach Taipeh wurden mit neuem Buch und kleinem Nickerchen abgesessen. So ging die komplette Reise fast ohne Zetern und Schreien über die Bühne. Einen Direktflug nach Taipeh gab es zwar auch, der hätte allerdings dank doppeltem Preis unser Budget zu sehr belastet.

Gute Laune im Flugzeug

Gute Laune im Flugzeug

Flirten in der U-Bahn

Taipeh ist für uns seit langem mal wieder eine Stadt mit einer U-Bahn. Der Knirps ist nach kurzer Zeit bereits Profi. Wie ein Großer hält er sich an den Schlaufen fest und flirtet mit den Mädels. Wie immer ist er ein guter Kontaktmagnet. In einem Land, wo Europäer eher selten zu sehen sind (weniger als 6% der ausländischen Besucher kommen aus Europa, aus Deutschland gerade mal gute 1%), lässt der Kleine mit seinen Locken die Handykameras schlagartig nach oben schnellen.

Mit Baby zeigt sich die Hilfsbereitschaft der Taiwanesen auch noch deutlicher. Wir sind immer wieder verwundert, wie oft uns jemand von sich aus seine Hilfe anbietet wenn wir irgendwo stehen und uns suchend umschauen. Letzte Woche schenkte uns eine alte Dame ihren Regenschirm. Einfach so, weil es geregnet hat und wir keinen hatten. Sie wohne direkt um die Ecke und brauche ihn ja gerade nicht mehr.

Kleiner Flirt in der U-Bahn

Kleiner Flirt in der U-Bahn

Mal eben einen Regenschirm geschenkt bekommen

Mal eben einen Regenschirm geschenkt bekommen

Wo man hinsieht nur Roller…

Hauptfortbewegungsmittel der Taiwanesen ist eindeutig der Motorroller. Auf Taiwans Straßen gibt es mehr als 13,5 Millionen Stück davon. Bei einer Einwohnerzahl von 23,5 Millionen ist das ein beeindruckender Schnitt. Zugelassene Auto gibt es nur ungefähr halb so viele.

Das macht sich natürlich im Alltag auf der Straße bemerkbar. Als erstes hört man das Knattern der Zweitakter. Es gibt zwar schon Elektroroller, aber die sind derzeit noch deutlich in der Unterzahl. In der Rushhour muss man bei den Grünphasen an den Ampeln die Autos teilweise suchen. Da wundert es niemanden, dass es sogar Parkhäuser allein für Roller gibt…

Den Führerschein für den Roller macht man hier übrigens auf speziellen Übungsplätzen. Vor der Prüfung sind die Fahrschüler nicht ein einziges Mal im richtigen Straßenverkehr unterwegs gewesen. Das wäre viel zu gefährlich…


 

Autos sind klar in der Unterzahl…

Abendessen im Freien

Nach Feierabend zieht es viele Taiwanesen auf die Nachtmärkte. Die sind eine feste Institution hier in Taiwan – in jeder Stadt gibt es mindestens einen dieser Schlemmer-Paradise. Oft hat jeder Stadtteil sogar seinen eigenen Nachtmarkt. Unzählige Essensstände reihen sich aneinander und lassen immer wieder neue Gerüche in die Nase ziehen. Es macht unglaublich viel Spaß, sich mit den anderen Besuchern durch die Gassen treiben zu lassen und immer wieder neue Leckereien auszuprobieren. Ob herzhafte Deep Fried Oyster Buns, wo eine Mischung aus Austern mit Gemüse und Ei in einer Teigkugel frittiert werden oder süßes Mango Shaved Ice, locker flockig geschabtes Eis mit Mangostücken und süßer Kondensmilch – hier kommt jeder auf seine Kosten.

Der Knirps probiert tapfer alles aus. Reis und Nudeln gehen im Notfall immer, oft sind wir aber auch überrascht was ihm sonst noch alles schmeckt. Glücklicherweise hatten wir uns entschlossen seinen Babystuhl aus Neuseeland mitzubringen, den man auf jedem normalen Stuhl festschnallen kann. Der hat uns das Leben hier schon oft erleichtert. Nichts ist nerviger als ein zappelndes, dauernd aufstehen wollendes Kind auf dem Schoss beim Essen. Allerdings haben auch überraschend viele Restaurants hier Kinderhochstühle.

Viel los auf den Nachtmärkten

Viel los auf den Nachtmärkten

Allroundverpackung Plastiktüte

Die stark ausgeprägte Essen-To-Go Kultur in Taiwan hat aber auch ihre Kehrseite: Müll. Man wird mit Plastik überhäuft ohne sich dagegen wehren zu können. Beim Bäcker kommt jede Brötchensorte einzeln in eine Tüte oder sogar in einen klappbaren Plastikbehälter, bevor es dann in die Tragetüte geht. Bestellt man sich einen Bubble Tea, kommt der im Plastikbecher, mit Plastikdeckel, Plastikstrohhalm und dann alles natürlich wieder in die Plastik Tragetüte. Wie soll man den Becher auch sonst tragen. Es ist der reine Wahnsinn, wie viel Müll man hier jeden Tag produziert.

Tee mit Henkel...

Plastik in Plastik…

Für uns geht es nun weiter die Ostküste hinunter. Dort soll es wunderbare Strände und viel Natur geben. Wir sind gespannt!

Noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Stückchen Schwein gefällig?

Stückchen Schwein gefällig?


Blick auf Taipeh

Blick auf Taipeh

Hahn in Korb

Hahn in Korb

Entspannte Atmosphäre am Konfuzius Tempel

Entspannte Atmosphäre am Konfuzius Tempel

Hotpot!

Hotpot!

Natürlich fährt auch die Polizei hier Roller..

Natürlich fährt auch die Polizei hier Roller…

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2 Kommentare

  1. Susi sagt:

    Lasst es euch weiterhin gut gehen!!!

  2. Dani sagt:

    Weiterhin viel Spaß! Wir denken oft an euch!

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