Weltreise mit Baby

Nix tun am Strand

Einfach mal nix tun – mit Baby an den Stränden der thailändischen Inseln

geschrieben am: 11.November 2016

Der Knirps ist weg. Schon seit zehn Minuten. Unsere Augen wandern suchend umher. Außer uns sitzen nur zwei andere Pärchen in dem kleinen, mit dunklen Holzmöbeln ausgestatteten Außenbereich des Strandrestaurants. Doch dann kommt aus Richtung Küche ein vertrautes Jauchzen und wir sehen eine der Köchinnen mit ihm auf dem Arm an der Tür vorbei huschen. Wir lehnen uns wieder zurück und schauen auf das flache, türkisblaue Meer, das ein paar Meter von uns entfernt leise kleine Wellen über den hellen Strand schwappen lässt. Der Knirps ist in besten Händen.

Verwöhnprogramm für den Knirps

Nach ein paar Tagen im immer blinkenden und hupenden Bangkok genießen wir die Ruhe auf kleinen thailändischen Inseln. Auch nach unseren positiven Erfahrungen mit dem Knirps in der Hauptstadt ist es immer noch unglaublich, wie kinderverrückt die Thais sind. Wenn wir ein Restaurant betreten, dauert es meistens keine Minute bis einer der Kellnerinnen lachend vor ihm steht, die Arme nach vorne streckt und in die Hände klatscht. Klares thailändisches Signal für: „Komm auf meinen Arm!“.

Meistens kommen dann schnell noch andere Kellner und auch das Küchenpersonal dazu, die alle gleichzeitig um die Gunst seiner Aufmerksamkeit kämpfen. Der Knirps genießt es im Mittelpunkt zu stehen – hoffentlich gibt er sich nach Thailand mit uns alleine auch noch zufrieden! Als nächstes werden die Handys gezückt und Selfies geschossen – ich möchte nicht wissen wo sein Gesicht jetzt überall online herumgeistert. Der Vorteil für uns: Wir müssen endlich mal nicht nacheinander bestellen und in Etappen essen…

Fast überall bekommt der Knirps automatisch auch etwas zu essen – meist Reis oder Banane. Es ist uns sogar schon passiert, dass wir nur an einem Restaurant vorbeigegangen sind, in dem wir abends zuvor gegessen haben und die Besitzerin rennt nach hinten und kommt mit einer Banane für den Knirps zurück. Verhungern wird er uns hier jedenfalls nicht.

Fotosession mit dem Knirps

Fotosession mit dem Knirps

Selbstversorgung ist hier aufgrund fehlender Unterkünfte mit eigener Küche so gut wie unmöglich. Allerdings ermöglicht uns das Preisniveau in Thailand einen zwischendurch doch mal ganz angenehmen Pauschaltourismus-Reisestil. Somit leben wir derzeit in kleinen Bungalows von deren Holzterrassen aus immer das Meer zu sehen ist. Mal direkt vor unserer Nase, ein anderes Mal einige Treppenstufen entfernt.

Es ist absolute Nebensaison in Thailand, die meisten Anlagen sind nur mäßig gefüllt, einige Restaurants in den Dörfern haben sogar ganz geschlossen. Uns gefällt das sehr gut. Wenn man sich anschaut, wie viele Roller bei den Verleihern ungenutzt vor der Tür stehen, kann man sich ungefähr vorstellen, wie voll es hier in der Hauptsaison ist.

Seniorenausflug

Angereist sind wir ganz entspannt zuerst mit dem Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani, von wo aus es mit dem Bus weiter nach Donsak zum Fähranleger ging. Man bekommt ein schlechtes Gewissen wenn man sieht, wie viel pechschwarzen Rauch die alten Fährpötte in die Luft blasen um Touristen wie uns auf die Inseln zu befördern. Umweltschutz hat in Thailand noch so gut wie niemand auf dem Schirm. Das zeigt sich auch an allen Plätzen wo normalerweise keine Touristen lang kommen. Dort bekommt man wirklich den Eindruck, dass es absolut niemanden kümmert wie viel Müll in der Landschaft herumliegt.

Die Überfahrt nach Ko Pha-Ngan dauert zwei Stunden, unterwegs kommen wir mit zwei Backpackern, beide Anfang zwanzig, ins Gespräch. Sie sind für drei Wochen in Thailand unterwegs. Als wir erzählen, dass wir mit dem Kleinen für mehrere Monate auf Tour sind und zu Hause alle Zelte abgebrochen haben, bekommen sie große Augen. „Krass, das ihr so was macht. IN EUREM ALTER!“. Und ich hatte meinen Rollstuhl schon extra um die Ecke geparkt…

Am Horizent brennt es nicht - das ist nur eine Fähre...

Am Horizent brennt es nicht – das ist nur eine Fähre…

Die typische Sonnenfrage

Die nächsten drei Wochen sind vor allem von einem geprägt: Einfach mal nix tun. Wir pendeln im Dreieck zwischen Zimmer, Restaurant und Meer hin und her und genießen es, mal nicht selber fürs Essen sorgen zu müssen. Vor allem aber haben wir viel Zeit, um mit dem Knirps im Sand zu spielen und im Wasser zu planschen. Ihm gefällt das sehr – uns stellte das allerdings immer wieder vor die Frage: Wie schütze ich mein Kind am besten vor der Sonne? Im ersten Jahr sollen die Kleinen ja am besten gar nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Wir haben größtenteils das Glück, dass es an unseren Stränden Schattenplätze gibt. Ins Wasser geht es dann erst wenn die Sonne schon sehr tief steht oder aber hinter den Wolken verschwunden ist, was während der Regenzeit durchaus auch mal vorkommt. Selbst dann ist der Kleine allerdings selten ohne Badeshirt und Sonnenhut im Wasser. Weiterhin haben wir aus den Erfahrungen in Kanada gelernt und diesmal extra eine Strandmuschel mitgebracht (Reise-Strandmuschel Helios – stabil und dabei superklein packbar mit nur 850g).

Entweder im Schatten spielen...

Entweder im Schatten spielen…

Sonnenschutz im Meer

…oder mit Sonnenschutz baden

Zur Regenzeit in Thailand

Apropos Regenzeit. Wir hatten in den vier Wochen in Thailand öfter mal Regen. Darauf muss man sich einfach einstellen, wenn man um dieses Zeit hierhin fliegt. Oft ist es nur ein einstündiger Schauer, manchmal auch mehrere Schauer am Tag. Wir hatten aber auch drei Tage, an denen es gar nicht aufgehört hat zu regnen. Mir kam das so ein bisschen vor wie bei Forest Gump, als er die Regenzeit in Vietnam beschreibt. Es gibt hier Regen mit kleinen Tropfen und mit dicken, schweren, großen Topfen. Es gibt Regen der von oben kommt oder aber auch von der Seite – verbunden mit sich im Wind biegenden Palmen. Man kann auch diesen Tagen durchaus etwas gemütliches abgewinnen, wenn man dabei auf der überdachten Terrasse seines Bungalows sitzt und das Treiben beobachtet.
Mit relativ viel zur Verfügung stehenden Zeit so wie bei uns macht einem die Regenzeit nicht so viel aus. Man genießt ingesamt eher die Vorteile der fehlenden Massen an Menschen. Blöder ist es dann schon für diejenigen die nur für zwei Wochen aus Deutschland gekommen sind. Wenn dann drei oder vier Tage fast ohne Sonne aufeinander folgen kann das schon sichtbar auf die Laune schlagen.

Zeit für Regen...

Zeit für Regen…

Uns haben die drei Wochen auf Ko Phang-Ngan und Ko Tao auf jeden Fall super gefallen. Auch dem Knirps haben sie sehr gut getan. Jetzt freuen wir uns mal wieder auf ein wenig mehr Action. Morgen geht es mit dem Zug zurück nach Bangkok und am Montag dann auf nach Neuseeland für die nächsten Monate. Wir werden berichten!

Noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Unser Bungalow auf Ko Tao

Unser Bungalow auf Ko Tao

Kein Schnaps sondern Sprit für die Motorroller

Kein Schnaps sondern Sprit für die Motorroller

Der Knirps hält die Kellner auf Trab

Der Knirps hält die Kellner auf Trab

Das obligatorische Sonnenuntergangsfoto...

Das obligatorische Sonnenuntergangsfoto…

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11 Kommentare

  1. Susann sagt:

    Das Klingt alles sehr sehr gut. Viel spass bei den kiwis. Wir folgen in ein paar wochen.

    1. Christian sagt:

      Wir freuen uns – bis bald!

  2. Marita sagt:

    Hallo ihr Lieben, ich wünsche euch viel Spaß und tolle Erfahrung in Neuseeland

    1. Christian sagt:

      Vielen Dank! Grüße von Thailand nach Namibia :-)

  3. S. von Augsburg sagt:

    Das klingt alles sehr entspannt. Viel Spaß im Land der langen weißen Wolke. Grüßt besonders Nelson von uns. Ron und Jen begrüßen Euch sicher gerne dort…

    1. Christian sagt:

      Hi Sebastian! Ja, freuen uns auch schon. Würden Ron und Jen gerne kennenlernen. Könntest du mir die Kontaktdaten über christian@freimachen.de zukommen lassen?

      Viele Grüße
      Christian

  4. Melanie sagt:

    Hi Ihr Lieben, das hört sich ja total super an! Echte tolle Bilder wieder, die ein bisschen neidisch machen ;-) Der Knirps ist echt fotogen und macht einen sehr entspannt Eindruck…
    P.S. die überarbeitete Homepage ist echt super geworden Christian!
    LG aus Nippes Melli

    1. Christian sagt:

      Hi Melli, vielen Dank!
      Ja, Überarbeitung war notwendig, so kann man jetzt auch auf dem Handy mal was erkennen!

      Viele Grüße!

  5. Bambo sagt:

    Hi ihr drei,

    eure Fotos sind echt der Hammer (wir sollten uns endlich mal mit unserer Kamera beschäftigen). Echt toll das wir euch getroffen haben. Wir sind mittlerweile auf Bali. Vielleicht laufen wir uns ja mal wieder übern Weg.

    LG Anne, Bambo, Bruno und Maxi
    http://anambos.blogspot.com

  6. Stefan A. sagt:

    Das Titelbild des Beitrags ist echt begeisternd und hat wie immer Lust auf den Rest gemacht.
    Wenn ihr wieder da seid, müssen wir uns unbedingt mal über die unterschiedlichen Menschenschläge dieser Welt unterhalten.

    Nochmal Zum Titelbild, aus reinem Eigeninteresse:
    Die Blende F/4 hast Du höchstwahrscheinlich manuell eingestellt. Die Tiefenschärfe ist aus meiner Sicht optimal.
    War die Einstellung Instinkt, hast Du mehrere Blendenöffnungen ausprobiert oder eine andere Methode?

    Viele Grüße

    1. Christian sagt:

      Hi Stefan,

      au ja, gerne mal beim Bierchen quatschen – freu mich schon drauf. Die Blendenwahl war, so weit ich mich erinnern kann, schon ein wenig ausprobieren. Zeit hatte ich ja :-). Das Bild war im Kopf schon da aber die Blende dann in der Situation intuitiv so einzustellen, dass genau hinter dem Sohn alles langsam unscharf wird – so gut bin ich bei weitem noch nicht! Allerdings habe ich ja momentan viel Zeit zum üben :-)

      Beste Grüße
      Christian

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