Weltreise mit Baby

Hua Lamphong Bangkok

Mit dem Baby im Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani

geschrieben am: 09.November 2016

Während viele Touristen von Bangkok aus das Flugzeug nach Koh Samui nehmen, um zu den Inseln im Südosten zu gelangen, hatten wir uns für die günstigere Variante mit dem Nachtzug entschieden. Noch günstiger wäre es mit dem Bus gewesen, allerdings wollten wir dem Kleinen keine 13 stündige Fahrt ohne große Bewegungsmöglichkeiten antun. Da ist so eine Zugfahrt schon entspannter – auch für uns!

Der Hua Lamphong Hauptbahnhof in Bangkok ist ein belebter und wuseliger Ort. Unzählige Taxi-, Tuktuk- und Mopedfahrer versuchen vor den Eingang hupend einen Parkplatz zu ergattern. Die schwarz uniformierten Ordnungskräfte mit Trillerpfeifen im Mund geben ihr Bestes, um den Verkehr wenigsten ein bisschen am Laufen zu halten.

Warten auf dem Boden

Drinnen befindet sich eine große, lichtdurchflutete Wartehalle. Hunderte Menschen warten auf ihren Zug – sitzend auf dem Boden. Hier findet man endlich mal eine schöne Durchmischung von Thais und Touristen. Kaum haben wir ein freies Fleckchen gefunden und unser Gepäck abgestellt, bekommen wir von einer thailändischen Familie auch schon eine Flasche Wasser und ein Gebäckstück angeboten. Sie zeigen auf den Knirps – stimmt, der sieht mit seinen Speckröllchen wirklich hungrig aus. Im ersten Moment lehne ich noch dankend ab, da ich mal wieder typisch europäisch denke, dass die sich das Essen bestimmt vom Mund absparen. Später sehen wir, dass wohl zum Gedenken an den toten König an alle Menschen Essen und Getränke verteilt werden. Jetzt ist auch klar, warum jeder heute so gerne teilt.

Dann auf einmal ertönt laute Musik und ein paar Polizisten laufen aufgeregt hin und her. Die ganze Menschenmenge erhebt sich zum Apell und blickt auf das übergroße Foto von König Bhumibol an der Wand. Auch hier ist der Tod des alten Herrschers allgegenwärtig.

Warten auf den Nachtzug nach Surt Thani

Warten auf den Nachtzug

Sanft in den Schlaf geschaukelt

Der violett-silber gestreifte Zug, der ein wenig an die alten Regionalbahnen in Deutschland erinnert, steht schließlich auf Gleis vier für uns bereit. Als wir den Gleisbereich betreten ist auch klar, warum alle in der Wartehalle warten. Die ganze Luft ist hier leicht diesig vom ganzen Dieselqualm, den die Züge produzieren. Es stinkt mächtig und wir schauen, dass wir schnell in unser Abteil gelangen.

Gebucht haben wir erste Klasse. Das bietet uns den Vorteil, ein Abteil ganz alleine für uns zu haben. In der zweiten Klasse gibt es zwar auch Liegeplätze, allerdings dicht an dicht im Großraumabteil. Die Ausstattung ist spartanisch-zweckmäßig. Eine mit braunem Kunstleder überzogene Sitzbank, deren Rückenlehne später hochgeklappt wird. Dadurch entsteht ein Doppelstockbett. Dazu noch ein kleines Waschbecken und ein schlecht konstruierter, nicht nutzbarer Klapptisch – fertig ist das Privatabteil.

Dicke Luft am Bahnsteig

Dicke Luft am Bahnsteig

first class sleeper

First Class Sleeper Abteil

Schlafen lässt es sich hier dafür relativ gut. Eine Stunde nach Abfahrt kommt ein Zugbegleiter herein und baut unsere Sitzbank in die zwei Betten um, zieht Laken auf, verteilt Kopfkissen und eingeschweißte Decken, streicht alles schön glatt und wünscht uns eine gute Nacht. Danach wird noch schnell gegessen (auch dafür wird im Zug gesorgt) und dann geht es auch schon in die Waagerechte. Sina schläft mit dem Knirps unten und ich habe seit langem mal wieder mein eigenes Bett eine Etage höher! Mama und Sohn haben aber auch genug Platz, um beide gemütlich liegen zu können. Das gleichmäßige Rattern der Waggons auf den Schienen sorgt zusammen mit dem sanften Schaukeln dafür, dass wir alle schnell einschlafen.

Zeit fürs Bett

Zeit fürs Bett

Bordmenu

Clean Food Good Taste…

Kühe unter Palmen

Als wir am nächsten Morgen um sechs Uhr noch etwas verschlafen einen Blick aus dem Fenster werfen hat sich die Landschaft grundlegend geändert. Anstatt grauem Betondschungel füllen nun grüne Palmenwälder das Blickfeld. Immer wieder tauchen auch Kühe zwischen den langen, dünnen Palmenstämmen auf – was besonders für jemanden wie mich, der seine Jugend auf dem Land verbracht hat, ein skurieler Anblick ist.

Eine Stunde später erreichen wir Surat Thani, eine Stadt die mit ihren 126.000 Einwohnern schon viel entspannter daher kommt als die Millionenstadt Bangkok. Von hier geht es gut organisiert direkt mit dem Bus weiter zum Fähranleger in Donsak, wo wiederum kurze Zeit später unsere Fähre nach Koh Pha-Ngang ablegt. Strand, Ruhe, Kokosnüsse – wir kommen.

Gut geschlafen im Nachtzug

Gut geschlafen im Nachtzug

Teil Mich!
Facebooktwittergoogle_pluspinterestmail

Alle neuen Berichte automatisch per Mail bekommen? Abonniere den Newsletter:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*