Weltreise mit Baby

Bangkok

Was wir auf unserer Weltreise mit Baby in Bangkok erlebt haben

geschrieben am: 23.Oktober 2016

Auf dem 1,5 Quadratmeter großen Balkon unseres Airbnb Apartments rattern die Lüftungen für die beiden Klimaanlagen im Wohn- und im Schlafzimmer. Die beiden Kästen mit den Ventilatoren nehmen etwa die Hälfte des Platzes ein. Lange draußen stehen möchte man hier allerdings eh nicht. Laut der Handy App sind es in Bangkok gerade 34 Grad Celsius, gefühlt sollen es 43 Grad sein. Mein T-Shirt ist klatschnass geschwitzt, nachdem wir gerade mit unserem Gepäck von der U-Bahn Station Nana ungefähr zwanzig Minuten lang zu unserem Heim für die nächsten fünf Nächte gelaufen sind.

Die neue Reisetasche mit dem stabilen Griff und den großen Rollen hat sich alleine in der kurzen Zeit schon bezahlt gemacht. Die alte Tasche wäre unterwegs auf den holprigen Gehwegen mindestens 380 Mal umgefallen. Vorbei an Taxis und Tuk Tuks, deren Fahrer uns alle zuwinkten und uns natürlich gerne mitnehmen wollen. Vorbei an verschiedensten mobilen Garküchen aller Art. Das Geruchsspektrum ist überwältigend. An der einen Stelle sorgen frittierte Shrimps dafür, dass einem das Wasser im Mund zusammen läuft. Zwei Meter weiter landen dann wohl die Küchenabfälle und sonstiger Müll – da kommen einem dann ganz andere Gedanken…

Der Knirps lässt sich von all dem nicht sonderlich beeindrucken. Er sitzt zufrieden in seinem Tragesystem und schaut sich interessiert alles an. Irgendwann fallen die Augen zu und er schlummert friedlich ein während neben ihm die Tuk Tuks hupen.

Zu alt fürs Babybett

Nachdem wir aufgrund eines Todesfalles in der Familie einige Wochen in Deutschland verbraucht haben, sind wir nun wieder unterwegs. Eigentlich hätte nach Kanada noch die USA auf dem Plan unserer Weltreise gestanden. Darauf haben wir allerdings nun verzichtet und wollten direkt nach Neuseeland. Um dem Kleinen und auch uns den Stress von zwei Mal elf Stunden Flug zu ersparen haben wir uns für einen Zwischenstopp in Thailand entschieden. Und wenn wir schon mal da sind, kann man ja auch ein wenig bleiben, also geht es erst in vier Wochen weiter nach Auckland.

Geflogen sind wir dieses Mal mit Thai Airways. Über Google Flights (danke Simon für den Tip!) hatten wir eine sehr günstige Verbindung von Frankfurt nach Auckland gefunden. Unser vierwöchiger Aufenthalt in Thailand wurde dabei einfach als Zwischenstop verbucht…

Schon im Vorfeld ließ sich bei Thai Airways online ohne Probleme und vor allem ohne Aufpreis ein Platz buchen, an dem für den Knirps ein Baby Bassinet eingehängt werden kann. Allerdings mussten wir uns dann im Flieger erklären lassen, dass diese Babybettchen nur bis zu einem Alter von sechs Monaten erlaubt sind. Doof. In Gedanken sahen wir den Knirps schon wieder den ganzen Flug bei uns auf dem Schoß. Genau so war es nämlich auf unserem letzten Flug von Vancouver nach Frankfurt. Allerdings stand kurze Zeit später eine freundliche Stewardess vor uns und meinte, sie hätten eine komplette 3er-Reihe organisiert. Ansonsten könne der Kleine ja gar nicht richtig schlafen. Toller Service. Wie kinderlieb die Thailänder sind haben wir auch später immer wieder erfahren.

Babyfreundlicher Flug mit Thai Airways

Babyfreundlicher Flug mit Thai Airways

Bangkok in schwarz

Fünf Tage vor unserer Ankunft gab es in Thailand ein zugleich trauriges wie auch historisches Ereignis. Nach 70 Jahren Regierungszeit ist König Bhumibol Adulyadej am 13. Oktober 2016 verstorben. Er war damit das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Aus diesem Grund herrscht in Thailand gerade Staatstrauer, die in Bangkok an jeder Ecke zu spüren ist. Ein Großteil der Thais ist schwarz oder schwarz-weiß gekleidet. Angestellten im öffentlichen Dienst ist dies sogar vorgeschrieben. Wer keine schwarzen Sachen besitzt oder wessen Uniform andersfarbig ist, der trägt oft eine schwarze Kondolenzschleife. Auch wir haben uns dem angeschlossen, einfach um den Thais gegenüber zu zeigen, dass uns das Thema nicht egal ist.

In der ganzen Stadt findet man an unzähligen Stellen das Bild Bhumibols auf schwarzem Hintergrund zusammen mit einem Nachruf. Sämtliche digitalen Plakatwände zeigen keine Werbung mehr sondern das Bild vom König. Auch auf vielen Printplakaten ist er mittlerweile zu sehen. Egal ob auf Anzeigetafeln in der U-Bahn, über dem Fahrstuhl oder auf den Displays der Geldautomaten – überall blickt man auf König Bhumibol. In den Kaufhäusern läuft den ganzen Tag traurige klassische Musik, in den Technikabteilungen laufen sogar die zum Verkauf ausgestellten Fernseher nur im schwarz-weiß Modus. Es ist fast ein wenig gruselig, wie sehr das Thema das Leben in Bangkok beeinflusst.

Überall in Bangkok sieht man das Bild des verstorbenen Königs

Überall in Bangkok sieht man das Bild des verstorbenen Königs

Ob über Fahrstühlen...

Ob über Fahrstühlen…

...oder auf den Displays der Geldautomaten

…oder auf den Displays der Geldautomaten


test

Quizfrage: Wie oft seht ihr ein Bild vom König?

Zum Kinderarzt in Bangkok

Während der Tage hier in Bangkok sind wir auch in Kontakt mit einem thailändischen Kinderarzt gekommen. Der Knirps hatte auf der „Urinseite“ der Windel auf einmal merkwürdige dunkle Flecken. Da er in der Vergangenheit schon mal mit Harnwegsinfekten zu kämpfen hatte, entschieden wir uns doch lieber einen Arzt aufzusuchen. Vor allem auch, da in Bangkok ein englischsprechender Kinderarzt um einiges leichter zu finden ist als später auf einer kleinen Insel.
Das Bumrungrad International Hospital befand sich glücklicherweise gerade mal zehn Gehminuten von unserem Apartment entfernt. Ein großer moderner Bau, in dem über 1200 Ärzte beschäftigt sind. Wir hatten uns innerlich schon auf eine Servicetortur á la Uniklink Köln vorbereitet – erlebt haben wir aber das totale Gegenteil.

Die Patientenanmeldung im 10. Stock zeigt sich großräumig, hell und modern. Sogar eine Starbucks Filiale gibt es hier. Nach 10 Minuten sind unsere Daten aufgenommen und wir auf dem Weg in den 17. Stock. Dort befindet sich die Pädiatrie. Ohne lange Wartezeit wird der Knirps zuerst einmal gewogen und vermessen. Nach einem Fiebercheck und 30 Minuten warten sitzen wir dann auch schon der Ärztin gegenüber. Sie spricht ausgezeichnet englisch und stellt auf eine freundliche Art allerlei Fragen. Nach einem Urintest stellt sich schnell heraus, das der Kleine wohl aufgrund der hohen Temperaturen mehr geschwitzt hat als sonst und daher weniger in die Windel gemacht hat. Der Rest Urin in der Windel war dann wohl so stark konzentriert, dass er dunkle Flecken hinterlassen hat.

Alles also kein Grund zur Sorge. Wir sorgen nun dafür, dass er noch mehr zu trinken bekommt und nutzen auch nachts bei uns im Apartment die Klimaanlage. Die hatten wir in den ersten beiden Nächten nämlich nicht angeschaltet aus Angst vor einer Erkältung. Alles hat halt Vor- und Nachteile… Die Erfahrung mit dem Bumrungrad Krankenhaus in Bangkok wird uns allerdings in positiver Erinnerung bleiben. Gekostet hat der ganze Spaß übrigens inklusive der Labortests gerade mal 140,-€ – auch da haben wir in einem internationalen Krankenhaus mit ganz anderen Summen gerechnet.

...oder auf den Displays der Geldautomaten

Krankenhaus mit Starbucks…

Dank Baby in Ruhe essen

Wir hatten schon im Vorfeld gehört, dass die Thais sehr kinderlieb sind. Eine erste Erfahrung durften wir ja schon im Flieger machen. Allerdings war dies noch nichts im Vergleich zu dem, was wir in Bangkok mit dem Knirps täglich auf der Straße erlebten. Angefangen vom zahnlosen Tuk Tuk Fahrer, der den Knirps freudestrahlend sein Eis hinhält, über Frauen die unbedingt ein Foto von ihm machen wollen bis hin zu den Kellnerinnen im Restaurant, die sich fast darum streiten, wer ihn als erster halten darf. Noch nie haben wir so viele positive Reaktionen auf unser Baby erlebt. Der Knirps nahm das alles sehr gelassen. Zum Glück ist das Fremdeln noch nicht so bei ihm angekommen, daher ließ er sich gerne mal von einer Kellnerin auf den Arm nehmen und durch die Gegend tragen. Für uns hatte das den Vorteil, dass wir endlich mal wieder in Ruhe essen konnten.

Hahn im Korb...

Hahn im Korb…

Noch ein paar Eindrücke der letzten Tage…

Kein Bangkok ohne Tuk Tuks

Kein Bangkok ohne Tuk Tuks

Mit dem Knirps im Pool unseres Hochhauses

Mit dem Knirps im Pool unseres Hochhauses

Ausblick von 1,5qm Balkon...

Ausblick von 1,5qm Balkon…

Regenzeit in Bangkok - wir hatten nur einen Schauer

Regenzeit in Bangkok – wir hatten nur einen Schauer

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2 Kommentare

  1. Susi sagt:

    Das klingt alles sehr entspannend und doch aufregend.
    Bei uns geht es dann morgen nach Bangkok. Viel Spass auf Der Insel. Wir sehen uns in Neuseeland. LG

    1. Christian sagt:

      Auf jeden Fall! Viel Spaß in der Sauna Bangkok :-)

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